#80 Spontan auf die Bühne – oder lieber perfekt vorbereitet?

Shownotes

Die einen brauchen drei Stichworte und legen los. Andere fühlen sich erst sicher, wenn Einstieg, Übergänge und Schluss genau sitzen. Beides kann funktionieren.

In dieser Folge von „Professionell Auftreten“ zeige ich, warum die richtige Vorbereitung auch von deinem Persönlichkeitstyp abhängt. Mit dem INSIGHTS-MDI-Modell schauen wir auf Rot, Gelb, Grün und Blau und darauf, was jeder Typ braucht, um klar, präsent und trotzdem lebendig aufzutreten.

Du erfährst außerdem, wann Vorbereitung Sicherheit schafft, wann sie dich eher ausbremst und mit welchen drei Fragen du deinen ganz persönlichen Vorbereitungskompass findest.

Mein Ziel: Du gehst so vorbereitet auf die Bühne, dass du dort frei genug bist, um wirklich bei deinem Publikum zu sein.

Shownotes:

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00:00:04: Herzlich willkommen zu Professionell Auftreten, dein Podcast

00:00:07: für die gelungene Präsentation.

00:00:10: Souverän, glaubwürdig und begeisternd auftreten, deine Botschaft

00:00:14: zielsicher anbringen, mit Leichtigkeit Lampenfieber,

00:00:18: kritische Fragen und andere Stolpersteine überwinden.

00:00:22: Darum geht's.

00:00:23: Ich bin Silvia B. Pitz und freue mich auf dich.

00:00:26: Herzlich willkommen!

00:00:31: Ich gehe immer ganz spontan auf die Bühne.

00:00:35: Oh nein, ich muss mir meine Präsentation immer ganz

00:00:39: genau vorbereiten und habe für jede Slide meine Notizen parat.

00:00:45: Diese Aussagen höre ich in meinen Trainings sehr oft.

00:00:48: Sehr unterschiedlich, oder?

00:00:50: Meistens stecken dahinter noch weitere Fragen: Was ist denn jetzt richtig?

00:00:56: Was machen denn die richtig guten Rednerinnen und Redner?

00:01:00: Beides.

00:01:01: Es kommt auf die Person an.

00:01:04: Es gibt Menschen, die scheinbar mit 3 Stichworten auf die

00:01:07: Bühne gehen, eine Geschichte erzählen, wunderbar auf ihr Publikum reagieren,

00:01:14: vielleicht sogar die Bühne rocken und dabei recht entspannt wirken.

00:01:18: Sobald diese Menschen versuchen, vorher jeden Satz auszuformulieren,

00:01:23: verlieren sie einen Teil ihrer Lebendigkeit.

00:01:27: Andere Menschen brauchen deutlich mehr Struktur.

00:01:30: Sie möchten wissen, wie sie beginnen, welche Argumente sie setzen

00:01:34: und wie sie ihren Vortrag beenden.

00:01:37: Der gut gemeinte Rat, mach einfach mal spontan,

00:01:41: sorgt bei ihnen eher für Schweißausbrüche.

00:01:45: Willkommen bei Professionell auftreten, heute mit: Spontan oder geübt?

00:01:51: Je nach Typ.

00:01:53: Es stellt sich also die Frage: Wie viel Vorbereitung braucht ein

00:01:57: guter Auftritt tatsächlich?

00:02:00: Spontane Rednerinnen und Redner sind überhaupt nicht automatisch

00:02:03: die Besseren auf der Bühne.

00:02:06: Eine bis ins Detail geschärfte und ausformulierte Rede

00:02:11: ist aber jetzt auch nicht der Garant für den professionellen Auftritt.

00:02:15: Entscheidend ist, welche Form der Vorbereitung dir

00:02:19: und jeder einzelnen Person dabei hilft, auf der Bühne klar, präsent und frei

00:02:25: zu sein und dann auch frei zu sprechen.

00:02:29: Dabei nutze ich gern ein wissenschaftlich validiertes Modell,

00:02:33: mit dem ich seit vielen Jahren erfolgreich arbeite: Insights MDI.

00:02:39: Vereinfacht gesagt unterscheiden wir dabei 4 Verhaltenstendenzen,

00:02:44: die mit den Farben Rot, Gelb, Grün und Blau beschrieben werden.

00:02:50: Wichtig ist, dass wir die Menschen jetzt nicht einfach in 4 Kästchen einteilen.

00:02:55: Es lassen sich aber bei vielen Leuten klare Tendenzen feststellen,

00:03:00: wenn man sie gut beobachtet.

00:03:02: Bei Mischtypen sind die Verhaltenspräferenzen weniger klar.

00:03:07: Was wir heute betrachten, ist, dass sich an diesen 4 Tendenzen sehr gut

00:03:12: unterschiedliche Bedürfnisse bei der Vorbereitung erkennen lassen.

00:03:16: Das können wir für uns nutzen.

00:03:19: Wir gehen im ersten Teil die 4 Typen einzeln durch und werden im zweiten Teil

00:03:24: dann noch mal schauen, wie viel Vorbereitung wirklich für deinen

00:03:28: professionellen Auftritt nötig und empfehlenswert ist.

00:03:32: Danach gibt es noch ein paar ganz praktische Tipps für dich.

00:03:37: Gehen wir die einzelnen Typen mal nacheinander durch.

00:03:40: Du wirst feststellen, dass du dich entweder selbst wiederfindest

00:03:43: oder Menschen aus deinem Umfeld identifizieren kannst, die diese Tendenz

00:03:48: Tendenzen im Verhalten aufweisen.

00:03:50: Das kann sehr aufschlussreich sein, denn wir gehen alle,

00:03:53: wenn wir nicht bewusst umschalten, ja leider immer davon aus,

00:03:58: dass die anderen in unserem Publikum doch genauso denken und fühlen wie wir.

00:04:03: Das ist aber natürlich nicht so, logisch.

00:04:07: Starten wir mit dem roten Typ, Verhaltenstyp:

00:04:11: Er bevorzugt Klarheit und Tempo.

00:04:15: Menschen mit einem hohen roten Verhaltensanteil möchten

00:04:19: häufig schnell vorankommen.

00:04:21: Sie denken zielorientiert, entscheiden vergleichsweise rasch und

00:04:25: haben meist wenig Lust, sich stundenlang mit einem Vortrag zu

00:04:29: beschäftigen, dessen Inhalt sie vielleicht sogar schon gut beherrschen.

00:04:34: Wenn ich mit einem sehr roten Manager arbeite und ihm sage,

00:04:38: dass er die Präsentation 5-mal komplett durchsprechen soll, kann ich häufig schon

00:04:43: am Gesicht ablesen, was er davon hält.

00:04:46: Oder vielmehr an der Entgleisung seiner Gesichtszüge.

00:04:51: Seine Gedanken lauten wahrscheinlich: Warum sollte ich das machen?

00:04:54: Ich kenne mein Thema doch.

00:04:56: Das stimmt ja auch meistens.

00:04:58: Der rote Typ kann häufig sehr gut spontan auftreten, weil er schnell denkt,

00:05:04: klar Position bezieht und auch unter Druck relativ entscheidungsfreudig bleibt.

00:05:11: Es besteht aber dabei die Gefahr, dass er gedankliche Schritte überspringt.

00:05:16: Für ihn oder für sie selbst ist die Argumentation völlig logisch.

00:05:22: Das Publikum hat aber möglicherweise schon an 3 Stellen den Anschluss verloren.

00:05:27: Eine Person mit hohem rotem Anteil braucht deshalb vor allem eine klare Struktur.

00:05:34: Sie sollte wissen, welche Kernbotschaft hängen bleiben soll,

00:05:38: welche 3 Punkte wirklich wichtig sind, wo ein vielleicht sogar emotionales

00:05:44: Beispiel notwendig ist und was das Publikum am Ende verstanden

00:05:48: haben oder tun soll.

00:05:52: Wenn diese Eckpunkte stehen, kann diese Person dazwischen sehr gut frei sprechen.

00:05:58: Für einen roten Verhaltenstyp kann eine Seite mit klaren Stichpunkten

00:06:03: deshalb vollkommen ausreichen.

00:06:06: Mehr Vorbereitung bringt ihm oder ihr häufig keinen zusätzlichen Nutzen, solange

00:06:11: die inhaltliche Linie wirklich steht.

00:06:15: Der gelbe Verhaltenstyp: Freiheit mit Leitplanken.

00:06:20: Ich bin selbst ein gelber Typ und habe für mich festgestellt,

00:06:24: dass ich sehr spontan sein kann.

00:06:28: Allerdings denken Menschen mit einem hohen gelben Anteil oft schon beim Sprechen

00:06:32: weiter Während Sie eine Idee erklären, fällt Ihnen schon die

00:06:37: nächste Geschichte ein.

00:06:39: Anschließend kommt noch ein Beispiel dazu und vielleicht sehen Sie im Publikum

00:06:43: jemanden, auf den Sie spontan eingehen können.

00:06:47: Das kenne ich von mir selbst nur zu gut.

00:06:50: Übrigens auch bei anderen Tätigkeiten.

00:06:53: Ich muss mich dann disziplinieren und brauche einen roten Faden,

00:06:57: eine gute Struktur.

00:06:59: Und muss einen Gedanken zuerst mal zu Ende bringen.

00:07:02: Oder eben eine Aufgabe.

00:07:04: Der gelbe Typ wirkt lebendig, nahbar und begeisternd.

00:07:09: Die Person kann sehr schnell eine Verbindung zum Publikum herstellen

00:07:13: und eine Dynamik erzeugen, die sich nur schwer vollständig planen lässt.

00:07:19: Genau diese Stärke birgt allerdings auch ein Risiko.

00:07:23: Das ist mir selbst schon lange bewusst geworden.

00:07:25: Wir Gelben haben viel zu erzählen.

00:07:28: Ich will auch immer wieder viele Infos in meinen Seminaren weitergeben.

00:07:33: Eine Geschichte führt zur nächsten, dazu kommt noch ein Gedanke mit

00:07:37: anschließend noch einer spontanen Ergänzung.

00:07:40: Das Publikum hört zwar gerne zu, verliert aber möglicherweise

00:07:44: irgendwann die Orientierung.

00:07:47: Ein geschätzter hochblauer Kollege— zu den blauen Typen kommen wir gleich— hat

00:07:52: einmal in einem Gespräch einen bezeichnenden Satz zu mir gesagt.

00:07:57: Ich hatte ihm begeistert bestimmt 5 Minuten von einer neuen

00:08:00: Seminaridee vorgeschwärmt.

00:08:02: Vielleicht waren es auch 8 Minuten Monolog.

00:08:06: Nach einer Pause sagte er: Sylvie, gib mir bitte erst mal eine Überschrift!

00:08:12: Dann war es mir klar, dass ich strukturierter und klarer

00:08:16: vorgehen muss, um meine Zuschauerinnen und Zuschauer mitzunehmen.

00:08:22: Wenn du dich darin wiedererkennst, brauchst du wahrscheinlich ebenfalls kein

00:08:26: ausformuliertes Manuskript, du brauchst einen klaren Rahmen.

00:08:31: Vor dem Auftritt sollte feststehen, was dein Ziel ist,

00:08:34: welche 2 oder 3 Geschichten wirklich dazugehören,

00:08:37: welche Beispiele du bei Zeitdruck streichen kannst und wie

00:08:42: dein letzter Satz lautet.

00:08:44: Gerade der Schluss lohnt sich bei sehr spontanen Sprecherinnen

00:08:48: und Sprechern besonders.

00:08:50: Viele von ihnen haben einen starken Einstieg und entwickeln während

00:08:54: ihres Vortrags eine hohe Energie.

00:08:57: Am Ende fehlt aber manchmal der klare Punkt.

00:09:00: Dann klingt der Abschluss ungefähr so: Ja, das war eigentlich das,

00:09:04: was ich sagen wollte.

00:09:06: Vielen Dank.

00:09:08: Das ist schade, weil damit ein ansonsten starker Auftritt

00:09:12: unnötig an Wirkung verliert.

00:09:15: Wenn du deinen Schluss vorher kennst, kannst du während des Vortrags sehr frei

00:09:20: sprechen und trotzdem System präzise landen.

00:09:24: Der grüne Typ: Sicherheit schafft Freiraum.

00:09:29: Menschen mit einem hohen grünen Verhaltensanteil möchten häufig

00:09:33: zunächst Sicherheit gewinnen.

00:09:35: Sie wollen wissen, was sie erwartet, wie der Ablauf aussieht, wer im Publikum

00:09:40: sitzt und welche Rahmenbedingungen gelten.

00:09:44: Das ist alles nicht verkehrt, das empfehle ich auch allen anderen

00:09:47: Sprecherinnen und Sprechern.

00:09:49: Ein Rat wie Geh einfach mal raus und mach kann bei diesem Typ

00:09:53: enormen Stress auslösen.

00:09:56: Für ihn schafft Vorbereitung Sicherheit.

00:09:59: Genau diese Sicherheit sorgt anschließend häufig dafür, dass er oder sie freier

00:10:04: und viel entspannter auftreten kann.

00:10:07: Gute Vorbereitung führt bei solchen Menschen also keineswegs automatisch

00:10:11: zu einem vielleicht steifen Auftritt.

00:10:14: Sie bildet die Grundlage dafür, dass überhaupt genügend innere Ruhe entsteht.

00:10:21: Ein Grüner Verhaltenstyp profitiert davon, den Anfang seines Vortrags

00:10:26: sehr gut zu kennen.

00:10:28: Die ersten 2 oder 3 Minuten kann er ruhig mehrfach üben.

00:10:33: Das ist gut und das empfehle ich auch allen Persönlichkeitstypen.

00:10:38: Der Stresspegel ist zu Beginn eines Auftritts bei den meisten

00:10:41: Menschen am höchsten.

00:10:43: Wer in dieser Phase weiß, wo er sprachlich hin möchte,

00:10:46: findet wesentlich schneller in einen guten Rhythmus.

00:10:51: Auch vorbereitete Übergänge können helfen: Wie komme ich von meiner Geschichte

00:10:56: zum ersten Hauptpunkt zum Beispiel?

00:10:59: Wie leite ich zum nächsten Thema über?

00:11:02: Wie führe ich den Vortrag zu einem klaren Ende?

00:11:06: Je klarer diese Stationen sind, desto weniger Energie braucht der Sprecher

00:11:11: oder die Sprecherin während des Auftritts für Orientierung.

00:11:16: Mit zunehmender Erfahrung kann ein Grüner Typ dann immer mehr Freiraum

00:11:20: zwischen diesen Fixpunkten zulassen.

00:11:24: Und wir sind schon beim Blauen Typ: Wenn Vorbereitung zu eng wird.

00:11:29: Beim Blauen Typ liegt die Herausforderung häufig an einer anderen Stelle: Menschen

00:11:34: mit einem hohen blauen Anteil– ihr erinnert euch an meinen lieben Kollegen–

00:11:39: bereiten sich meist sehr gründlich vor.

00:11:42: Sie recherchieren, prüfen Zahlen, kontrollieren Quellen,

00:11:47: bauen ihre Argumentation sorgfältig auf und möchten sicherstellen,

00:11:51: dass fachlich keine Lücke entsteht.

00:11:54: Das ist eine hervorragende Grundlage für einen starken Vortrag.

00:11:59: Übrigens: Einen blauen Persönlichkeitstyp erkennt ihr auch an einem wunderbar

00:12:05: aufgeräumten Schreibtisch.

00:12:07: Daran arbeite ich noch.

00:12:10: Ab einem bestimmten Punkt kann diese Gründlichkeit allerdings

00:12:13: auch den Auftritt erschweren.

00:12:16: Ich erlebe immer wieder hochkompetente Menschen, die ihren Vortrag so präzise

00:12:21: vorbereitet haben, dass sie während des Sprechens ständig

00:12:25: kontrollieren, ob sie auch wirklich alles genauso sagen wie geplant.

00:12:30: Die Aufmerksamkeit wandert dann immer stärker nach innen.

00:12:34: Vielleicht denkt die Person während des Vortrags: Habe ich Punkt

00:12:38: 2 vollständig erklärt?

00:12:41: Oder: Eigentlich wollte ich diesen Satz anders formulieren.

00:12:45: Vielleicht fällt ihr mitten im Sprechen ein, dass noch eine Zahl

00:12:49: aus dieser Studie fehlt.

00:12:52: Das Publikum würde sich in diesem Moment vermutlich stärker über Blickkontakt,

00:12:57: Präsenz und einen klaren Gedanken freuen.

00:13:01: Für stark blaue Persönlichkeitstypen besteht die Herausforderung deshalb darin,

00:13:06: einen bewussten Punkt zu setzen, an dem die Vorbereitung abgeschlossen ist.

00:13:12: Ab diesem Moment darf die eigene Kompetenz übernehmen und scheinen.

00:13:18: Eine gute Übung ist, denselben Inhalt mehrfach in

00:13:21: unterschiedlicher Länge zu erzählen.

00:13:24: Erkläre dein Thema einmal in 5 Minuten, Anschließend in 2 Minuten

00:13:28: und danach in 30 Sekunden.

00:13:31: Dabei kannst du eine wichtige Erkenntnis erzielen: Du beherrschst deinen

00:13:35: Inhalt auch ohne exakten Wortlaut.

00:13:38: Diese Erfahrung schafft Freiheit.

00:13:42: Wir sind schon beim zweiten Teil und hier beantworte ich die Frage: Wie viel

00:13:46: Vorbereitung ist also richtig?

00:13:49: Bestimmt hast du beim Zuhören bereits gemerkt, welchem Muster du

00:13:53: am ehesten entsprichst.

00:13:55: Damit wird auch verständlich, warum ein Tipp wie

00:13:58: sei einfach spontan bei manchen Menschen hervorragend funktioniert und bei

00:14:03: anderen überhaupt nicht hilfreich ist.

00:14:07: Der rote Typ braucht vor allem Klarheit über Ziel und Kernbotschaft.

00:14:12: Der gelbe Typ braucht einen Rahmen, der seine Spontanität bündelt.

00:14:18: Der grüne Verhaltenstyp gewinnt durch Vorbereitung Sicherheit.

00:14:22: Der blaue Typ profitiert irgendwann davon, die Vorbereitung bewusst zu beenden

00:14:28: und seiner Kompetenz zu vertrauen.

00:14:31: Das Ziel ist bei allen Verhaltenstypen ähnlich: Du solltest so gut vorbereitet

00:14:36: sein, dass du dich auf der Bühne nicht mehr ständig mit deiner

00:14:39: Vorbereitung beschäftigen musst.

00:14:41: Das ist der entscheidende Punkt.

00:14:45: Dein Publikum möchte dir begegnen.

00:14:47: Es möchte erleben, wie du über dein Thema denkst, wie du reagierst,

00:14:52: wo du Begeisterung zeigst und was dir besonders wichtig ist.

00:14:57: Sie wollen den Mensch greifbar haben.

00:15:00: Wenn du innerlich permanent einen vorbereiteten Text abrufst, bleibt ein

00:15:05: Teil deiner Aufmerksamkeit bei dir selbst.

00:15:08: Das spürt dein Publikum.

00:15:10: Wenn dir jede Struktur fehlt, musst du während des Sprechens ständig

00:15:14: überlegen, wie es als Nächstes weitergeht.

00:15:17: Beides kostet Präsenz und Energie, die Du lieber ins Publikum ausstrahlst.

00:15:24: Und jetzt, im dritten Teil meines Podcasts Professionell auftreten

00:15:28: gebe ich Dir noch 3 Fragen für Deinen nächsten Auftritt mit.

00:15:33: Wenn Du demnächst einen wichtigen Auftritt hast, kannst Du Dir 3 Fragen stellen.

00:15:39: Die erste lautet: Was muss ich vorbereitet haben, damit ich mich sicher fühle?

00:15:46: Die zweite Frage lautet: Wo kann ich bewusst Freiraum lassen,

00:15:50: damit mein Auftritt lebendig bleibt?

00:15:54: Und die dritte Frage ist vielleicht die wichtigste: Was soll mein Publikum

00:15:58: am Ende unbedingt mitnehmen?

00:16:01: Wenn du diese 3 Fragen beantworten kannst, hast du bereits einen ziemlich

00:16:05: guten Vorbereitungskompass.

00:16:08: Außerdem lohnt es sich, einen Vergleich mit anderen Rednerinnen

00:16:12: und Rednern mit etwas Vorsicht zu betrachten.

00:16:15: Vielleicht kennst du eine Kollegin, die angeblich völlig unvorbereitet auf die

00:16:19: Bühne geht und dort einen brillanten Vortrag hält.

00:16:24: Was dabei leicht übersehen wird: Diese Person spricht möglicherweise

00:16:28: seit 20 Jahren über ihr Thema.

00:16:30: Hinter ihrer scheinbaren Spontanität liegen dann tausende Stunden Erfahrung.

00:16:37: Sie bereitet sich vielleicht nicht mehr auf jeden einzelnen Satz vor.

00:16:41: Ihr Wissen, ihre Geschichten und ihre Argumentationsmuster

00:16:45: sind längst so gut verankert, dass sie spontan darauf zugreifen kann.

00:16:51: Dein eigener Weg darf ruhig anders aussehen.

00:16:55: Professionelles Auftreten bedeutet auch, die eigenen Voraussetzungen gut zu kennen

00:17:01: und sich darauf einzustellen.

00:17:04: Vielleicht reichen dir 3 Stichworte: Vielleicht brauchst du mehrere

00:17:08: Probedurchläufe, vielleicht liegt dein idealer

00:17:12: Vorbereitungsgrad irgendwo dazwischen.

00:17:15: Entscheidend ist, dass du auf der Bühne genügend innere Freiheit hast,

00:17:20: um wirklich mit deinem Publikum zu sprechen, zugewandt und für sie.

00:17:26: Genau da entsteht Präsenz.

00:17:30: Eine Empfehlung gebe ich allen Persönlichkeitstypen mit:

00:17:33: Übt den Einstieg, bitte eine originelle Eröffnung, und den Abschluss

00:17:39: laut und wirklich ein paar Mal.

00:17:42: Damit erleichterst du dir die erste wichtige Phase einer Präsentation

00:17:47: und beim bewusst gestalteten und geprobten Abschluss nutzt du noch einmal die erhöhte

00:17:53: Aufmerksamkeit deines Publikums, damit deine Kernbotschaft noch

00:17:57: mal wirklich kraftvoll landet.

00:18:01: Vielleicht stellst du bei deinem nächsten Auftritt fest, dass du etwas

00:18:04: weniger Vorbereitung brauchst.

00:18:06: Vielleicht merkst du auch, dass dir eine klare Struktur

00:18:10: erstaunlich viel Freiheit gibt.

00:18:13: Beides kann die richtige Lösung sein.

00:18:15: Deine Aufmerksamkeit sollte auf der Bühne möglichst bei den Menschen vor dir liegen.

00:18:21: Genau dafür ist Vorbereitung da.

00:18:24: In diesem Sinne wünsche ich dir viel Freude beim Ausprobieren

00:18:28: und einen richtig guten nächsten Auftritt!

00:18:32: Bis zur nächsten Folge von Professionell Auftreten, deine Silvia.

00:18:41: Professionell Auftreten, das war's wieder.

00:18:44: Danke, dass du dabei warst.

00:18:45: Weitere Informationen zum Podcast und die Shownotes findest du auch auf

00:18:49: meiner Webseite piz-coaching. de.

00:18:53: Schau gern mal auch bei LinkedIn Learning vorbei, Es gibt hier 3

00:18:58: Videotutorials zum Thema.

00:19:00: Die Links findest du in den Shownotes. Viel Erfolg!

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