#79 Der größte Fehler vor der Kamera: wirken wollen - echt schlägt perfekt!
Shownotes
Warum wirken manche Menschen vor der Kamera sofort glaubwürdig und nahbar, während andere plötzlich klingen wie ihre eigene Pressemitteilung?
Michael „Michi“ Schiffmann weiß, was vor der Kamera wirklich wirkt. Nach mehr als zehn Jahren hinter der Kamera für ARD, ZDF, Arte, Netflix & Co. und Hunderten Interviews mit Prominenten, Politikern und Unternehmern hat er eine klare Überzeugung: Gute Wirkung entsteht dort, wo Menschen aufhören, sich zu inszenieren.
Wir sprechen über Kameraangst, Authentizität, gute Geschichten, echte Präsenz und darüber, warum ein kleiner Versprecher manchmal überzeugender sein kann als die perfekte Antwort.
Shownotes:
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00:00:04: Herzlich willkommen zu Professionell Auftreten, dein Podcast
00:00:07: für die gelungene Präsentation.
00:00:10: Souverän, glaubwürdig und begeisternd auftreten, deine Botschaft zielsicher
00:00:15: anbringen, mit Leichtigkeit Lampenfieber, kritische Fragen und andere
00:00:20: Stolpersteine überwinden. Darum geht's.
00:00:23: Ich bin Silvia B. Pitz und freue mich auf dich.
00:00:26: Herzlich willkommen!
00:00:32: Was passiert eigentlich, wenn jemand vor der Kamera sitzt
00:00:35: und unbedingt gut wirken möchte?
00:00:38: Oft genau das Gegenteil: Die Stimme wird anders, die Sätze werden länger,
00:00:44: aus dem sympathischen Geschäftsführer wird ein distanzierter Pressesprecher des
00:00:50: eigenen Unternehmens und aus einem spannenden Menschen eine ziemlich
00:00:54: glattpolierte Version seiner selbst.
00:00:57: Mein heutiger Gast kennt dieses Phänomen vermutlich besser als alle anderen.
00:01:02: Michael Michi Schiffmann hat mehr als 10 Jahre hinter der Kamera gearbeitet.
00:01:08: Für ARD, ZDF, Arte, Tatort, Heute-Show,
00:01:14: Galileo, Aktenzeichen XY und Netflix.
00:01:19: Er hat Hunderte Menschen interviewt, darunter Stars,
00:01:22: Politiker, und Unternehmer und Unternehmerinnen wie Felix Neureuther,
00:01:28: Uli Hoeneß und Jared Leto.
00:01:31: Heute ist er Gründer von Pergola Studios und beschäftigt sich mit einer Frage,
00:01:36: die auch perfekt zu diesem Podcast passt: Wie schaffen wir es,
00:01:41: vor der Kamera professionell aufzutreten und trotzdem noch wie
00:01:46: wir selbst zu wirken?
00:01:48: Sein Credo lautet: Expertise haben viele.
00:01:51: Deine Geschichte hast nur du.
00:01:54: Darüber möchte ich heute mit ihm sprechen.
00:01:57: Über echte Menschen, schlechte Interviews, gute Geschichten, Kameraangst,
00:02:03: Selbstinszenierung und darüber, warum Authentizität vermutlich viel mehr
00:02:09: Handwerk braucht, als wir manchmal glauben.
00:02:13: Ganz herzlich willkommen bei professionell auftreten, Michi Schiffmann.
00:02:17: Schön, dass du dir Zeit nimmst heute.
00:02:20: Vielen Dank, Silvia.
00:02:21: Ich freue mich sehr, dass ich dabei sein darf.
00:02:24: Ich freue mich auch.
00:02:25: Michi, mit unserer Fernseherfahrung haben wir beide wahrscheinlich schon viel mehr
00:02:30: Menschen vor der Kamera nervös werden sehen als viele andere Leute.
00:02:34: Woran erkennst du eigentlich nach den ersten 30 Sekunden,
00:02:39: dass der Mensch vor mir gerade überhaupt nicht er oder sie selber ist?
00:02:45: Ja, man merkt das oft schon so ein bisschen in der Aufwärmphase,
00:02:48: also bevor die Kameras angehen.
00:02:50: Man merkt einmal ziemlich schnell so zwischenmenschlich, passt es,
00:02:57: versteht man sich, merkt man da so ein bisschen eine
00:03:00: Abneigung, weil oft ist ja auch, ja, vielleicht werden kritische Fragen
00:03:03: gestellt, vielleicht wird man nicht gut dargestellt.
00:03:06: Und Film ist halt, oder Aufnahmen sind halt für die Ewigkeit.
00:03:10: Und vor allem, wenn man da nicht die Hand drauf hat, also wenn man das quasi aus der
00:03:13: Hand gibt, ist es oft so dieser Kontrollverlust, den man bei viel merkt.
00:03:17: Daher rührt es, glaube ich, am meisten, weil wenn es aufgenommen ist,
00:03:20: ist es aufgenommen.
00:03:21: Und dann denkt man sich dann danach: Mist, was habe ich da jetzt erzählt?
00:03:25: Kontrollverlust ist ein gutes Stichwort.
00:03:28: Woran würdest du das denn erkennen, den Kontrollverlust so konkret?
00:03:33: Ja, also vor allem während der Aufnahme natürlich, dass sich sehr
00:03:38: bedeckt gehalten wird, also dass man da nicht wirklich in ein
00:03:41: echtes Gespräch reinkommt, dass es einfach schwierig ist.
00:03:43: Viel gefloskelt wird.
00:03:45: Man merkt es vor allem bei Politikern recht stark.
00:03:48: Also das sind dann oft Zitate einfach aus dem Parteiprogramm.
00:03:51: Man lernt da nicht viel Neues.
00:03:53: Es ist da wirklich schwer, an Sachen ranzukommen.
00:03:55: Aber deswegen sind halt diese Geschichten oder diese Gespräche halt unter Menschen,
00:03:59: wo man weiß, das ist jetzt hier so ein sicherer Raum und Rahmen,
00:04:02: halt so besonders wertvoll, was ich so beim Dokumentarfilm vor
00:04:06: allem gelernt und erleben durfte.
00:04:09: Genau, das wäre meine nächste Frage schon gewesen.
00:04:11: Und zwar, du sagst, der Dokumentarfilm habe dich besonders geprägt.
00:04:16: Was kann ein guter Dokumentarfilmer aus einem Menschen herausholen,
00:04:20: was ein klassischer Unternehmensfilm zum Beispiel häufig nicht schaffen kann?
00:04:25: Also der große Unterschied ist, glaube ich, beim Dokumentarfilm
00:04:30: beschäftigt man sich sehr stark mit dem Menschen, bevor irgendeine Kamera
00:04:34: oder irgendein Team auftritt.
00:04:36: Das ist jetzt so beim klassischen Fernsehprogramm nicht so.
00:04:39: Also wenn man da einen Termin ausmacht, mit irgendwem, dann kommt
00:04:42: gleich die ganze Mannschaft.
00:04:43: Dann wird noch vielleicht 3 Minuten vorher ein bisschen rumgepläkelt,
00:04:47: aber dann geht es auch schon los.
00:04:48: Und beim Dokumentarfilm, da gibt es einfach viele Gespräche vorab
00:04:52: und auch einfach dieser sichere Rahmen wird geschaffen.
00:04:55: Man telefoniert vorher, man trifft sich vielleicht vorher,
00:04:57: man geht vorher einen Kaffee trinken oder isst zusammen was.
00:05:01: Und da merkt man einfach schon, man baut einfach diese Verbindung auf
00:05:05: zwischen den Menschen und auch eben ein Vertrauen, dass eben der andere sagt: Okay
00:05:08: gut, ich glaube, ich vertraue dem jetzt.
00:05:10: Der wird mich nicht schlecht dastehen lassen.
00:05:11: Und dann erzählt man ganz anders.
00:05:15: Das macht total Sinn.
00:05:16: Also Vertrauen, Vertrauensaufbau ist sowieso ein ganz
00:05:19: wichtiger Faktor, wenn Menschen miteinander arbeiten oder
00:05:23: miteinander zu tun haben.
00:05:24: Was ist denn für dich ein gutes Zeichen, dass die Menschen authentisch rüberkommen?
00:05:29: Woran erkennst du das?
00:05:32: Also man merkt es, dass ein Gesprächsfluss einfach
00:05:36: stattfindet, dass man nicht das Gefühl hat, man bekommt hier nur
00:05:39: ausgelernte Floskeln erzählt.
00:05:42: Und was auch einfach einen super menschlich macht.
00:05:46: Und aber das auch einen Unterschied macht, ist, dass man merkt, die Menschen denken
00:05:49: auch beim Reden so ein bisschen nach.
00:05:51: Also dass es nicht so wie aus der Pistole geschossen kommt,
00:05:53: sondern da wird so nachgedacht, gut, was erzähle ich jetzt,
00:05:57: oder was wäre jetzt vielleicht interessant, oder was wäre jetzt auch die
00:06:00: Wahrheit, so, ja, möchte ich die preisgeben, ja,
00:06:03: dass man so, man merkt so ein kurzes Hadern.
00:06:05: Aber das ist eigentlich schön, weil das ist ja das eben,
00:06:08: was so das Menschliche ausmacht.
00:06:10: Und da entstehen dann echte Gespräche, und da kommen dann natürlich
00:06:13: auch interessante Sachen raus.
00:06:13: Und beim Film ist halt natürlich der Vorteil,
00:06:17: durch den Schnitt kann man ja diese Denkmomente raussparen und dann hat man
00:06:22: halt einfach wirklich schöne Anekdoten, schöne Antworten, echte, tiefere,
00:06:28: tiefergehende Geschichten.
00:06:31: Und die machen halt auch einfach Spaß.
00:06:33: Und vor allem machen die halt auch nahbar.
00:06:35: So auch für denjenigen, der das dann anschaut,
00:06:38: wird die Person einfach wesentlich sympathischer, wie wenn man sich einfach
00:06:41: mit irgendwelchen Floskeln da bedienen lässt.
00:06:44: Du hast ja schon gesagt, Authentizität wirkt dadurch, dass die
00:06:48: Menschen vorher ein Stück weit überlegen.
00:06:51: Aber natürlich gehört auch eine gute Vorbereitung dazu.
00:06:54: Das heißt, ich habe ja nicht jede Story, die ich erlebt habe und die vielleicht
00:06:58: wirklich gut rüberkommt, gleich parat, wenn Licht an ist, die Kamera
00:07:02: läuft und der Ton jetzt an ist.
00:07:05: Also wie viel Vorbereitung brauchen die Menschen bei einem Doku-Film zum
00:07:10: Beispiel, bei einer Dokumentation, wo es eben nicht um Politiker geht,
00:07:15: die jetzt da ihre, ihren Aufsager machen, zum Beispiel?
00:07:19: Ja, wir arbeiten hauptsächlich mit Unternehmern zusammen und denen ist
00:07:22: natürlich wichtig, denn die Unternehmen, da ist komplett Herzblut drin, oft zweite,
00:07:27: dritte Generation, vom Vater, vom Großvater übernommen.
00:07:30: Manchmal viele unserer Kunden, die gehen jetzt so ins 100-jährige Jubiläum.
00:07:34: Das ist schon absoluter Wahnsinn und einfach auch toll.
00:07:38: Und man merkt diesen Stolz.
00:07:39: Man merkt natürlich auch, dass da nichts, man möchte da nichts falsch machen,
00:07:43: weil da einfach, da liegt so eine ganz schwere Last auf einem, einfach dieses,
00:07:48: ja, dieses, dieses Erbe und auch so die Ehrfurcht vor dem eigenen Unternehmen,
00:07:53: was man da hat, und die Verantwortung, die man davor hat.
00:07:56: Und deswegen nehmen wir die Leute natürlich dann an der Hand und sagen, gut,
00:07:59: klar, das ist keine normale Situation, dass ein Kamera-Team vor einem steht
00:08:02: und dass man da interviewt wird.
00:08:04: Zum einen ist es halt ein komplett sicherer Raum, das ist klar,
00:08:07: das sind ja unsere Kunden.
00:08:09: Das heißt, nichts, was die nicht freigeben, geht auch nicht raus.
00:08:12: Aber das Wichtigste ist dabei halt, dass die sich einfach als Mensch zeigen,
00:08:16: was halt total schwierig ist, wenn man das nicht kennt und nicht gewöhnt ist.
00:08:21: Und deswegen machen wir ja auch die Masterclass und ein Coaching zusammen.
00:08:25: Wir machen Medientraining zusammen und das natürlich auch mit dir,
00:08:30: wo wir uns sehr drüber freuen.
00:08:32: Ja, das freut mich natürlich auch, dass ich da dabei sein darf und die
00:08:35: Menschen dahingehend vorbereiten kann.
00:08:38: An welchen Geschichten bist du denn besonders interessiert,
00:08:42: wenn die Unternehmerinnen oder Unternehmer vor die Kamera treten, Michi?
00:08:45: Ja, ganz spannend sind natürlich die echten Unternehmensanekdoten und die
00:08:49: Geschichten, die die halt vor allem einzigartig machen.
00:08:52: Wir kramen da ja auch gerne im Archiv. So, wie wurde das aufgebaut?
00:08:55: Was war so die erste Maschine?
00:08:57: Was waren so die ersten Kunden?
00:08:59: Und da werden ja ganz spannende Sachen erzählt, also wirklich die ganz
00:09:03: vom Arbeitsalltag weg sind.
00:09:05: Ja, ich hatte zum Beispiel einen Kunden, der gemeint hat, die sind da gewachsen und
00:09:08: die hatten halt da ihr Grundstück, wo ihre Firma draufstand.
00:09:11: Und genau da war halt auch ihr Wohnhaus.
00:09:13: Und da musste dann die Entscheidung gefällt werden: Gut,
00:09:15: damit die Firma weiterwachsen kann, müssen wir unser Haus abreißen,
00:09:20: um da eine weitere Halle hinzubauen.
00:09:24: Und das sind ja so Sachen, das sieht man ja nicht.
00:09:26: Da kann man ja nicht hinter die Fassade gucken.
00:09:28: Wenn man jetzt diese Firma sieht, dann sieht man halt da irgendwie zwei
00:09:30: Werkshallen und da wird was Gutes gemacht und eine gute Wertschöpfung gemacht.
00:09:34: Aber dass da solche Geschichten dahinter stecken, die finde ich halt extrem
00:09:37: spannend und die machen halt auch Sehr nahbar und menschlich, wenn man das hört.
00:09:42: Das ist wahr.
00:09:43: Und da erleben wir dann, wenn wir das anschauen,
00:09:48: auch wirklich die Tiefe, mit welcher Leidenschaft sich die
00:09:52: Menschen dort für ihr Unternehmen einsetzen, auch für die Mitarbeitenden,
00:09:57: um die Arbeitsplätze natürlich auch zu erhalten und um
00:10:00: das Unternehmen auch zu erhalten.
00:10:02: Ja, das ist echt spannend. Ja.
00:10:05: Du hast auch mit bekannten, prominenten Menschen gesprochen und die
00:10:11: dokumentieren dürfen, die wir alle kennen.
00:10:14: Uli Hoeneß zum Beispiel, Jared Leto und so weiter.
00:10:17: Wer hat dich vor der Kamera denn einmal völlig überrascht oder begeistert?
00:10:23: Also der Dokumentarfilm, den wir mit dem Uli Hoeneß machen durften,
00:10:27: das war ja quasi eine Überraschung zu seinem 70.
00:10:30: Geburtstag, als Überraschung vom FC Bayern.
00:10:32: Der Uli Hoeneß wusste nicht, dass er da Der dachte halt,
00:10:35: es ist einfach FC Bayern TV, irgendwie eine Aufnahme, dass er da quasi
00:10:38: so einen eigenen Dokumentarfilm bekommt.
00:10:42: Und da finde ich schon spannend, wenn man so ein bisschen mehr Zeit hat
00:10:46: und mehr ins Private reingehen kann.
00:10:48: Das war ja auch bei ihm zu Hause, was ja auch untypisch ist,
00:10:51: dass man bei solchen Leuten zu Hause sitzt, dass so der manchmal harte Kern,
00:10:55: den man so nach außen sieht, dann innen doch ganz anders ausschaut.
00:10:59: Also es war sehr, sehr menschlich.
00:11:02: Wirklich toller Mensch, der halt auch einfach für sein, ja,
00:11:05: der halt lebt für seine Arbeit und dann vielleicht im Außen ein bisschen härter
00:11:10: wirkt, aber so im Privaten und als Mensch einfach das Herz am rechten Fleck hat.
00:11:17: Das war auch im Dokumentarfilm, was wir mit Felix Neureuther gemacht
00:11:21: haben, da ging es um Olympia damals, Olympia in China,
00:11:25: dass das so ein bisschen, ja, warum Warum wird es in China ausgetragen?
00:11:29: Das passt ja quasi gar nicht.
00:11:30: Und halt die Werte und so ein bisschen hinterfragt.
00:11:33: Ja, und da hat man halt auch einfach gemerkt, wie emotional das
00:11:36: dann an die Leute rangeht.
00:11:37: Und da ist halt nichts mehr mit, ja, irgendwie was für die
00:11:40: Kamera auswendig Gelerntem.
00:11:42: Das ist dann einfach wirklich emotional und menschlich.
00:11:45: Und das ist dann natürlich auch für diejenigen, die den Film machen,
00:11:49: wenn man da, also bei mir war es so, ich war da auch hinter der Kamera.
00:11:53: Ja, soll man da jetzt draufhalten, wenn einer weint, oder soll man
00:11:56: dann da lieber die Kamera ausmachen?
00:11:59: Das sind dann auch so wirklich schwierige Entscheidungen.
00:12:02: Aber die Entscheidung geht dann da schon immer so ins: Ja, das ist jetzt echt.
00:12:06: Und was echt ist, ist wirklich am meisten wert.
00:12:09: Ja, das heißt, es wird draufgehalten und natürlich nachher dann überlegt,
00:12:13: ob es gesendet wird oder nicht. So ist es.
00:12:16: Genau.
00:12:16: Ja, es soll natürlich auch niemand bloßgestellt werden.
00:12:19: Das letzte Wort hat da auch immer der, den es betrifft.
00:12:22: Ja, aber das sind dann schon so, es gibt da keinen wirklichen Alltag.
00:12:28: Wie meinst du das? Keinen Alltag?
00:12:31: Ja, beim Filmemachen gibt es irgendwie keinen Alltag.
00:12:34: Also vor allem, was dokumentarisch angeht.
00:12:37: Deswegen war ich, sage ich auch ganz ehrlich, etwas gelangweilt.
00:12:40: Ich habe quasi Film studiert, audiovisuelle Kommunikation.
00:12:44: Und dann wollte ich natürlich an die großen Sets und wollte zum Film und
00:12:47: Fernsehen und bin dann bei Aktenzeichen XY und Tatort gelandet,
00:12:51: was ja jeder kennt und was ja sehr, sehr, beliebte Fernsehformate sind.
00:12:55: Und da möchte ich jetzt auch nicht sagen, dass das nicht gut war.
00:12:57: Das war der Hammer. Das war auch— ich habe da so viel gelernt.
00:13:01: Aber ich habe halt gemerkt, für mich persönlich war dieses sterile
00:13:04: Setleben irgendwann fast zu eintönig und zu langweilig.
00:13:08: Das verstehe ich.
00:13:10: Das war natürlich alles vorgeplant. Es gibt Dispositionen.
00:13:13: Was wird heute gedreht? Wo sind wir?
00:13:15: Wann gibt es Mittagessen?
00:13:17: Wann kommt der Zwischensnack?
00:13:19: Auch wichtig.
00:13:20: Ja, das ist natürlich sehr luxuriös und da bin ich auch sehr dankbar,
00:13:23: dass ich da Teil davon sein durfte.
00:13:25: Aber ich habe halt gemerkt, dass ich als Person so ein
00:13:28: bisschen was Rafferes brauche.
00:13:29: Und dann war ich eben beim Dokumentarfilm ganz gut aufgehoben,
00:13:32: weil da weißt du nicht, wann gibt es Mittagessen oder keine
00:13:36: Ahnung, muss man heute mal wieder von der Polizei wegrennen oder möchte einem jemand
00:13:40: die Kamera entreißen oder vielleicht auch mal körperlich angehen?
00:13:43: Das kann beim Dokumentarfilm schon mal passieren.
00:13:45: Okay, erzähl mal, was ist denn da passiert?
00:13:48: Die Kamera wurde entrissen, die Polizei kam.
00:13:49: Wo war das?
00:13:49: Wahrscheinlich nicht in Deutschland, oder doch?
00:13:52: Das war tatsächlich in Deutschland.
00:13:55: Die Details mag ich jetzt nicht nennen, aber es war in Verbindung mit der
00:14:01: Dokumentation mit Felix Neureuther.
00:14:03: Genau. Und da waren wir einfach nicht erwünscht.
00:14:06: Sagen wir so. Oh, okay.
00:14:08: Aha.
00:14:09: Da gab es bestimmte Orte, wo ihr nicht erwünscht wart.
00:14:11: Das gibt es ja. Genau.
00:14:13: Ja, das ist sehr spannend.
00:14:15: Ich glaube, du könntest sehr viel aus dem Nähkästchen plaudern, was wir natürlich—
00:14:19: So wie du.
00:14:20: Ja, das stimmt.
00:14:22: Da können wir uns gegenseitig die Bälle hin und her spielen.
00:14:24: Ich glaube, da gibt es einige Geschichten, die lustigen Geschichten
00:14:27: aus Film und Fernsehen.
00:14:28: Da gibt es schon einiges zu erzählen. Das ist richtig.
00:14:31: Ja, auch welche Stars und welche Promis wirklich noch nervös sind,
00:14:34: wo man denkt, das gibt es ja gar nicht.
00:14:36: Die sind 100 Mal schon auf der Bühne gewesen und sind immer noch
00:14:39: nervös vor einem Fernsehauftritt.
00:14:41: Das ist wirklich erstaunlich.
00:14:43: Ja, das wäre gleich meine nächste Frage.
00:14:45: Aus deiner Sicht jetzt, aus deiner Brille, ich meine, ich habe ja selber viele Promis
00:14:49: erlebt im Interview, beim Fernsehen oder auch beim Film sogar.
00:14:54: Aber aus deiner Sicht, sind Prominente eigentlich wirklich besser
00:14:57: vor der Kamera als Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen?
00:15:01: Ja, besser ist relativ.
00:15:02: Die sind es halt gewöhnt.
00:15:04: Das ist, weiß ich nicht, so im Vergleich, wenn man gerade frisch aus der Fahrschule
00:15:07: kommt, dann hat man zwar einen Führerschein, aber ich würde sagen,
00:15:10: man fühlt sich einfach noch nicht besonders sicher hinterm Steuer.
00:15:13: Nach 10 Jahren steigt man ins Auto, ohne nachzudenken.
00:15:15: Ich glaube, das ist da tatsächlich tatsächlich eine Übungssache oder einfach,
00:15:20: dass das für die der Alltag ist.
00:15:22: Die sitzen halt fast jeden Tag vor irgendeiner Kamera und werden irgendwie
00:15:24: was gefragt und für die ist das normal.
00:15:26: Und wenn man das aber noch nie gemacht hat, dann ist man natürlich unsicher.
00:15:29: Und deswegen nehmen wir die Leute da auch an die Hand.
00:15:31: Macht ja auch absolut Sinn, dass man dann auch von diesem Termin
00:15:35: weniger Angst hat und auch keine Angst haben muss.
00:15:38: Also vor allem ja mit uns, wenn wir das sagen, das sind unsere Kunden.
00:15:41: Natürlich muss man da keine Angst haben, dass dann da die Firma
00:15:44: schlecht dargestellt wird. Auf keinen Fall.
00:15:46: Ja, das ist klar.
00:15:47: Also das würde ich auch voraussetzen.
00:15:50: Jedoch eine Sache habe ich jetzt gehört in deiner Aussage,
00:15:55: die ich auch absolut hundertprozentig, sagen wir mal 80-prozentig
00:16:00: wiedergeben kann.
00:16:01: Und zwar Leute, die oft vor der Kamera stehen, sind viel routinierter.
00:16:05: Ja, dennoch gibt es Dinge,
00:16:08: die sich eingeschliffen haben, auch bei diesen Menschen,
00:16:10: die oft vor der Kamera stehen oder oft Rede und Antwort stehen müssen.
00:16:14: Und die werden oft nicht bemerkt, weil sich keiner mehr traut,
00:16:20: zum Beispiel bei Promis, denen mal zu sagen: Mensch, pass mal auf,
00:16:24: du hast da so eine komische Eigenart, immer das und das zu sagen
00:16:26: oder immer das und das zu tun.
00:16:28: Das gibt es natürlich auch.
00:16:31: Wie gehst du denn, oder wie bist du damit umgegangen, als du noch viele
00:16:34: Promis vor der Kamera hattest?
00:16:35: Habt ihr das angesprochen?
00:16:37: Angesprochen haben wir es nicht, aber man hat natürlich versucht,
00:16:40: jemand so Man hat das Gefühl, viele nehmen so eine Rolle ein und die
00:16:44: haben dann quasi so ihre Jetzt-bin-ich-vor-der-Kamera-Rolle und
00:16:49: lassen da einfach wenig an sich ran.
00:16:51: Und oft ist es natürlich auch bei Leuten, die im Rampenlicht stehen, so,
00:16:55: dass sie sagen, ich schütze mein Privatleben komplett.
00:16:59: Es gibt welche, die sind da offener, aber zum Beispiel die, die sagen,
00:17:02: ich schütze mein Privatleben komplett, die antworten einfach auch
00:17:05: nicht auf private Fragen.
00:17:07: Und deswegen kann man natürlich nur über, über eigentlich so ein Gefühl von
00:17:13: Resonanz, dass es so irgendwie resoniert, das Gespräch miteinander,
00:17:17: irgendwie rankommen an Sachen, die ein bisschen spannender sind.
00:17:20: Aber vor allem, dass man, also das war so mehr meine, nicht Taktik,
00:17:24: aber ich glaube, da ist man auch als Mensch einfach so,
00:17:27: mehr so mein, mein Wunsch auch, dass das so sehr wie möglich ein
00:17:32: Interview zu einem normalen Gespräch wird.
00:17:35: Weil ein Interview ist ja an sich kein normales Gespräch.
00:17:37: Ich frage, du antwortest, ich frage, du antwortest.
00:17:40: Dass das mehr so in ein normales Gespräch übergeht.
00:17:43: Also dass es nicht mehr dieses Frage-Antwort-Spiel ist,
00:17:46: sondern dass es sich immer mehr wie ein normales Gespräch anfühlt.
00:17:50: Okay, das macht total Sinn.
00:17:52: Eine Sache, die ich auch noch ansprechen will: Michi, du hast ja viele
00:17:56: Menschen vor der Kamera gehabt.
00:17:58: Wir haben beide viele Menschen erlebt, die sehr kompetent sind auf ihrem Gebiet.
00:18:03: Dennoch, und das fällt mir oft auf, ich weiß nicht, wie es dir geht,
00:18:07: Gibt es Menschen, die können das nicht gut rüberbringen?
00:18:09: Also die haben sehr, sehr viel zu sagen, auch interessante Dinge, aber
00:18:15: sie schaffen es nicht, das so zu transportieren,
00:18:19: dass es interessant ist und dass es die Leute berührt oder bewegt.
00:18:22: Wie geht es dir da?
00:18:24: Ja, das sind auch zum größten Teil hochintelligente Menschen.
00:18:29: Man muss ja auch überlegen, was die da geschafft haben, dass die Firmen aufbauen,
00:18:34: zum Teil mit Hunderten von Mitarbeitern aus dem Nichts.
00:18:38: Und natürlich leben die in ihrer Welt und die sind in ihren DIN-Verordnungen und die
00:18:43: sind in ihren Bauteilen und die stecken in ihren Prozessen.
00:18:47: Und das fällt denen natürlich schwer, weil im Arbeitsalltag wird halt so
00:18:50: gesprochen, weil die reden dann mit ihren Teamleitern oder ihren Vorarbeitern oder
00:18:55: mit im Management mit den Leuten, die natürlich ihre Sprache verstehen.
00:19:00: Aber außerhalb wird es natürlich nicht so gut verstanden, beziehungsweise kommt
00:19:04: es halt dann nicht so sympathisch rüber.
00:19:07: Und das sind ja Dinge, über die wir dann reden,
00:19:10: dass wir dann das in eine Form umbauen oder anders formulieren,
00:19:15: sodass der allgemeine Zuschauer auch was davon hat, von diesem Wissen.
00:19:21: Weil man muss halt dieses Wissen so verpacken, so ein bisschen
00:19:23: wie die Sendung mit der Maus.
00:19:25: Ja, so quasi erklärst du einem Kind, wie kann man denn das so erklären,
00:19:29: dass es jemand anders auch versteht?
00:19:30: Und dann wird es natürlich auch sympathischer, weil deswegen ist ja
00:19:33: Auch so die Sendung mit der Maus oder Checker Tobi oder wo auch immer.
00:19:37: Ich habe einen Sohn, der schaut sich das einfach gerne an.
00:19:40: Und der lernt da so viel dadurch.
00:19:43: Und der ist 4 Jahre alt.
00:19:44: Und genauso funktioniert es halt dann auch.
00:19:48: So kann man die— so kann man diesen Wissenstransfer machen.
00:19:52: Ohne Langeweile, ohne krasse Fachwörter. Das funktioniert.
00:19:57: Das funktioniert, wenn man es weiß, wie.
00:19:59: Ja, und es geht einfach auch darum, das Ganze interessant zu machen.
00:20:03: Weil wenn es mich nicht interessiert, höre ich nicht hin, schaue ich nicht
00:20:05: hin und dann ist es wieder vorbei.
00:20:07: Ja, man schaltet ja dann auch ab.
00:20:09: Also man hat ja auch so einen allgemeinen Wortschatz.
00:20:12: Man sagt ja auch quasi, man soll, egal für wie gebildet und egal in welchem Rahmen
00:20:18: man spricht, sollte man ja seine Worte so wählen, dass sie von
00:20:22: allen verstanden werden.
00:20:23: Und das fällt vielen halt schwer.
00:20:25: Da wird halt viel mit Fachworten gearbeitet.
00:20:28: Und wenn man etwas nicht versteht, dann wird es automatisch auch langweilig,
00:20:32: weil dann schaltet man ab.
00:20:33: Gerade heute sind die Leute ja mit einer kürzeren Aufmerksamkeitsspanne
00:20:39: gesegnet und schalten dann schnell weg, wenn ich das mal so gelinde sagen darf.
00:20:45: Ja, auf eurer Webseite findet sich ein spannender Gedanke.
00:20:50: Du schreibst da: In einer Welt voller KI und Selbstdarstellung
00:20:53: gewinnt am Ende das Echte.
00:20:56: Das haben wir jetzt schon mehrfach besprochen.
00:20:58: Jetzt KI.
00:20:59: Wird durch KI die echte Kommunikation mit Menschen wertvoller?
00:21:05: Ich habe da schon meinen klaren Standpunkt.
00:21:08: Also KI ist auf jeden Fall die Zukunftstechnologie,
00:21:11: vor der keiner wegschauen sollte.
00:21:14: Wir arbeiten auch extrem viel mit KI in Prozessen und auch einfach
00:21:19: im allgemeinen Tagesgeschäft.
00:21:21: Aber man sollte dann die Abtrennung spüren und schaffen.
00:21:27: Wo ist der echte Mensch wertvoller und wo ist quasi die Maschine
00:21:31: sag ich mal, schneller.
00:21:32: Wertvoller ist sie ja nie.
00:21:33: Die ist halt zum Teil einfach schneller in routinierten Aufgaben,
00:21:37: aber braucht immer eine Supervision.
00:21:39: Keine Ahnung, wo das dann noch hingeht.
00:21:41: Ja, das geht ja alles so schnell, aber man kann das jetzt
00:21:43: nicht eins zu eins so nehmen.
00:21:45: Und was ja bis heute klar ist und was sich auch in der Zukunft nicht verändern wird,
00:21:50: wenn sich jetzt nicht, keine Ahnung, Quantencomputer und so weiter,
00:21:53: aber mit der Technologie, die es jetzt gibt und wo vorausschaulich
00:21:57: auch so bleiben wird, gibt es keine künstliche Intelligenz.
00:22:00: Das wird halt so genannt, aber denken kann es nicht.
00:22:04: Es nutzt halt alle Informationen, die da sind, und baut daraus was.
00:22:09: Dementsprechend kann auch nichts Neues geschaffen werden.
00:22:12: Und da ist der Mensch halt nach wie vor so der Erfinder der Welt, sage ich mal.
00:22:18: Ja, das ist ein interessanter Gedanke, denn die KI ist schon recht gut, finde
00:22:22: ich, wenn man da einige Dinge ausprobiert.
00:22:24: Da bin ich echt immer wieder erstaunt, was dabei rauskommt.
00:22:27: Dann denke ich: Wow, das ist schon kreativ.
00:22:29: Aber du hast natürlich recht, die wirkliche Kreativität entsteht bei uns
00:22:34: im Kopf, wenn alle— da lese ich gerade ein Buch drüber,
00:22:38: sehr interessant— wenn alle Gehirnregionen gut zusammenspielen.
00:22:41: Und das passiert nur— das wäre wieder, glaube ich, ein anderer Podcast— wenn wir
00:22:45: ganz entspannt sind und das auch zulassen.
00:22:49: Ja, Michi.
00:22:51: Pergola verspricht ja ziemlich offensiv auch das Interview,
00:22:55: das dein Business verändert.
00:22:57: Wann?
00:22:58: Kann ein Interview tatsächlich geschäftliche Wirkung entwickeln und wann
00:23:02: bleibt es einfach nur ein schöner Film?
00:23:05: Ja, der große Unterschied zu unserer Methode ist, klassische Imagefilme sind
00:23:10: ungefähr das Langweiligste, was man sich anschauen kann.
00:23:13: Es ist ein Gewitter von schönen Bildern.
00:23:16: Ja, sehr schöne Bilder, oft natürlich sehr hochwertig aufgenommen.
00:23:21: Aber das ist zum Beispiel genau das, was man mit KI ersetzen kann.
00:23:24: KI kann wunderschöne Bilder kreieren, die einfach ja in Kombination gut
00:23:29: aussehen, aber die nicht bei dir resonieren.
00:23:33: Die lösen nichts aus.
00:23:35: Ja, du hast es dann gesehen und du stehst dann einfach gefühlsmäßig
00:23:40: genauso leer da wie vorher.
00:23:41: Und da ist natürlich der große Unterschied, wenn ein Mensch spricht,
00:23:44: wenn man einen Menschen kennenlernt, wenn man von dem dann auch so Geschichten
00:23:47: hört, auf die man, mit denen man gar nicht gerechnet hat.
00:23:50: Wie das Beispiel mit dem Haus.
00:23:52: Wir mussten unser Haus abreißen.
00:23:53: Damit rechnet man ja nicht, wenn man einen Unternehmensfilm anschaut.
00:23:56: Von einer Metallbaufirma.
00:23:58: Und das sind halt diese, diese spannenden Dinge.
00:24:00: Und die kriegt man übers Interview.
00:24:02: Da kommt man an den, an den Menschen ran, da kommt man an die Geschichten ran.
00:24:06: Und so kann man auch ein interessantes Bild skizzieren, bei dem man auch zuhört
00:24:12: und bei dem man danach, wenn man das dann gesehen hat, das bleibt
00:24:15: dann hängen, das bleibt dann im Kopf.
00:24:18: Und so funktioniert quasi dann die Werbung für dieses Unternehmen auf
00:24:22: eine ganz menschlichen Art.
00:24:25: Weil deswegen sagen wir auch in der Geschichte, hast nur du
00:24:27: Expertise, haben viele.
00:24:28: Weil es gibt viele Unternehmen, oder eigentlich fast alle Unternehmen
00:24:32: leisten fantastische Arbeit.
00:24:34: Für wen soll ich mich denn entscheiden?
00:24:36: Und dann kommt die menschliche Komponente ins Spiel.
00:24:39: Und das ist so wichtig für viele Menschen, die sich entscheiden, an wen
00:24:45: wende ich mich, wem gebe ich mein hart verdientes Geld für ein Produkt A,
00:24:50: B und C oder für eine Dienstleistung.
00:24:52: Ganz genau, das Das ist ja, da sehe ich den Menschen dahinter.
00:24:57: Und das ist für viele Menschen dann auch wichtig.
00:25:00: Wer steckt denn dahinter? Was ist da für eine Geschichte dahinter?
00:25:03: Ja, fantastisch.
00:25:05: Mensch, Michi, deine 3 Begriffe lauten Entdecken, Inspirieren, Helfen.
00:25:10: Wie sind die denn entstanden eigentlich?
00:25:13: Ja, die sind in einem Moment von starker Stille entstanden.
00:25:18: Das war in der Corona-Zeit.
00:25:20: Noch dazu hatte ich da kurz davor einen Unfall.
00:25:23: Also bei mir kam das so wirklich zusammen, dass ich da einfach mal komplett nur
00:25:28: so von außen gar nichts mehr gekommen ist.
00:25:31: Und da habe ich mir darüber Gedanken gemacht, so, ja,
00:25:35: vorher auch diese krasse Geschwindigkeit da, was man halt so im Alltag manchmal,
00:25:39: also oft im Alltag kommst ja gar nicht dazu, mal nachzudenken
00:25:44: oder so stille Momente zu finden, ja.
00:25:46: Und da war es halt genau der Moment, wo ich gesagt habe, so, diesen Moment,
00:25:50: den nutze ich jetzt aus, ich kehre so das Schlechte in was Gutes
00:25:54: um und mache mir darüber Gedanken.
00:25:56: Wer bin ich eigentlich und was will ich?
00:25:59: Und da sind halt ganz viele Gedanken entstanden, die mich
00:26:01: seitdem tatsächlich leiten.
00:26:03: Auch viele Ziele, die mich seitdem leiten und da, wo ich auch schon viele
00:26:07: Ziele von erreichen konnte.
00:26:09: Und vor allem ist halt dann diese Wortkette Erkunden, Inspirieren,
00:26:15: Helfen entstanden, weil das, also das gehört für mich auch zusammen.
00:26:20: Zum einen ist es was, was mich ganz stark beschreibt.
00:26:22: Also ich Ich liebe es, Dinge zu erkunden, die Welt zu erkunden, Neues zu lernen.
00:26:27: Daraus bekomme ich Inspiration.
00:26:29: Das gefällt mir, weil ich mag das einfach, neuen Input zu bekommen.
00:26:33: Aber gleichzeitig macht es mir auch total viel Spaß, anderen Leuten Inspiration
00:26:37: weiterzugeben durch Dinge, die ich gelernt habe.
00:26:39: Und dann kommt eben halt diese, ja, für mich diese Kausalkette.
00:26:42: Und was halt auch so in mir steckt, so, ich habe halt so ein Helfersyndrom.
00:26:46: Also ich möchte auch gerne helfen.
00:26:47: Und natürlich freue ich mich auch, wenn mir geholfen wird.
00:26:50: Also das Ganze geht so in beide Richtungen.
00:26:52: Und das hat dann quasi diese Kette.
00:26:56: Die prüfe ich immer, wenn ich was mache.
00:26:59: Ist es etwas, wo man was erkunden kann?
00:27:01: Wird man dadurch inspiriert und hilft mir das?
00:27:03: Das ist so quasi dann meine Kette, die ich immer prüfe.
00:27:07: Und wenn das quasi mit Ja beantwortet wird, dann ist es für mich gut.
00:27:12: Das ist eine tolle Geschichte.
00:27:14: Und ich finde, du hast wirklich auch Eigenschaften,
00:27:17: Michi, die sind wichtig für die künftige Zeit.
00:27:21: Und zwar ist es positive Einstellung.
00:27:24: Höre ich total raus bei dir.
00:27:26: Ja, also viele Leute haben ja in Corona wirklich das Handtuch
00:27:29: geschmissen in der Corona-Zeit.
00:27:31: Und du hast gesagt, nein, jetzt ist die Stille und die nutze ich für mich.
00:27:35: Und auch die Inspiration und diese Idee, auch unterstützen zu wollen,
00:27:40: sich selber natürlich erst mal.
00:27:41: Man muss sich erst mal selber helfen, bevor man anderen helfen kann.
00:27:45: Aber wirklich diese Idee zu haben, da etwas Gutes draus entwickeln zu lassen,
00:27:49: das ist schon nicht selbstverständlich.
00:27:53: Das ist nicht selbstverständlich und das hilft.
00:27:58: Und ich finde es auch in der Zusammenarbeit mit dir,
00:28:00: wir haben ja schon ein bisschen zusammengearbeitet,
00:28:02: du bist immer wirklich eine Frohnatur und siehst das Ganze optimistisch und bist
00:28:08: gleichzeitig auch wahnsinnig fleißig und engagiert in deinem Business.
00:28:12: Das steckt richtig an.
00:28:14: Muss ich sagen.
00:28:16: Danke, danke.
00:28:17: Ja, weil es halt auch Freude bereitet und ich natürlich in der unfassbar
00:28:21: privilegierten Situation bin, dass ich quasi mir meinen Job selber kreieren darf.
00:28:27: Also ich darf quasi mir selber überlegen, was möchte ich machen?
00:28:30: Wo sehe ich Wert darin?
00:28:33: Wo sehe ich einen Sinn drin?
00:28:35: Und das ist natürlich auch etwas, wo ich sehr dankbar bin,
00:28:37: dass ich diese Privilegien habe, dass ich das machen darf.
00:28:40: Das darf ja auch nicht jeder.
00:28:42: Ja, aber du bist jetzt auch nicht ein Milliardenerbe, dass du sagst,
00:28:45: ich kann mich jetzt irgendwie zurücklehnen, kann machen, was ich will.
00:28:48: So ist das ja nicht.
00:28:48: Das muss ich jetzt mal erklären für alle, die zuhören.
00:28:52: Du arbeitest ja auch für dein Geld. So ist es ja auch nicht.
00:28:56: Und auch alle, die feststecken, können sich— natürlich ist es nicht
00:29:00: immer so leicht, das ist schon klar.
00:29:01: Aber man darf sich schon überlegen, vielleicht gibt es noch andere
00:29:04: Möglichkeiten, wie ich im Leben zurechtkomme und
00:29:08: vielleicht auch den Job verändere, mich selbstständig mache.
00:29:12: Das ist natürlich auch nicht jedermanns Sache, das ist vollkommen klar.
00:29:15: Aber das hast du ja auch gemacht.
00:29:17: Also stell da dein Licht bitte nicht unter den Scheffel an der Stelle.
00:29:23: Ja, da hast du recht.
00:29:23: Klar, da steckt sehr viel Arbeit drin und natürlich auch ganz viel Aufopferung.
00:29:29: Also ich gehe halt nicht feiern und Party machen.
00:29:32: Ich arbeite halt in der Zeit oder gehe früh ins Bett und fange um 5
00:29:35: Uhr morgens an zu arbeiten.
00:29:36: Wenn der Kleine noch schläft, bevor der in den Kindergarten kommt,
00:29:39: habe ich schon 2 Stunden gearbeitet.
00:29:40: Klar, von nichts kommt nichts.
00:29:42: Das ist absolut klar.
00:29:44: Das darf man jetzt auch nicht so kleinreden.
00:29:46: Oft sieht man ja auch nur das Endergebnis oder von außen wird nur
00:29:48: das Endergebnis gesehen.
00:29:50: Und deswegen, glaube ich, arbeite ich auch einfach so gerne mit
00:29:52: Mittelständlern zusammen, weil ich die irgendwie gut verstehe.
00:29:55: Aber weil ich auch weiß, um das zu schaffen und das aufzubauen und
00:29:59: das zu machen, muss man wirklich sehr, sehr, sehr viel aufgeben.
00:30:04: Sonst geht es nicht.
00:30:06: Und ja, deswegen ist auch gerade die aktuelle Situation für viele so schwer,
00:30:10: weil das außerhalb von dem ist, was sie gelernt haben, was sie können.
00:30:14: Digitalisierung, KI, Globalisierung.
00:30:17: Und da sind wir halt mit einem Digitalprodukt oder Digitalberatung
00:30:20: einfach, ja, können wir diese Lücke füllen und eben dieses, dieses Helfen schaffen.
00:30:26: Ja, und das verbindet deine Persönlichkeit,
00:30:31: dein Unternehmen Pergola Studios wunderbar zusammen.
00:30:35: Michi, ist ja fast schon Schlusswort für heute.
00:30:38: Das müssen wir versuchen. Ja, das ist das Ziel.
00:30:41: Ich möchte gerne noch wissen, was du als Nächstes selbst entdecken möchtest.
00:30:45: Was ist so dein nächstes Projekt oder Entdeckungsfeld?
00:30:51: Ja, jetzt entdecke ich erst mal weiterhin die Reise mit Pergola Studios.
00:30:56: Das ist so gerade der wichtigste Part, was so Arbeit angeht.
00:31:00: Ja, und privat.
00:31:02: Entdecke ich gerade sehr gern mit meiner Familie.
00:31:05: Sind wir voll die Campingfreunde geworden, haben einen Wohnwagen und entdecken vor
00:31:10: allem möglichst oft Österreich und Italien.
00:31:15: Und es macht uns extrem viel Freude und viel Spaß.
00:31:18: Ja, und es ist irgendwie auch eine so entschleunigende Art zu reisen,
00:31:22: weil es geht halt alles langsam.
00:31:23: Ja, man fährt mit 80 hinter den Brummis her und ja, man ist dann irgendwo und dann
00:31:28: möchte man da auch ein bisschen bleiben, weil man sich denkt: Gut,
00:31:31: jetzt bin ich hier so lang hingereist, jetzt möchte ich auch ein
00:31:34: bisschen was davon erleben.
00:31:36: Und es ist so eine schöne Entschleunigung und es macht dann einfach das Entdecken
00:31:39: auch noch mal besonders spannend.
00:31:41: Vor allem, wenn ich es teilen kann mit meiner Familie und nicht
00:31:43: alleine unterwegs bin.
00:31:44: Ja, absolut.
00:31:45: Das kann ich mir gut vorstellen.
00:31:47: Man will dann auch Land und Leute entdecken.
00:31:49: Man will sehen, wie leben die Menschen da?
00:31:51: Obwohl das ja nicht groß ein Unterschied ist zu Deutschland, obwohl Ja,
00:31:55: es gibt leckere Süßspeisen in Österreich.
00:31:59: Es gibt tolle Nudelgerichte.
00:32:02: Vielleicht habe ich jetzt Hunger, darum rede ich vom Essen.
00:32:05: Nudelgerichte in Italien und so weiter.
00:32:08: Also das kann man natürlich schon entdecken.
00:32:10: Aber es ist nachvollziehbar, wie wenn man jetzt
00:32:13: mit dem Flieger irgendwo hinfliegt, weit weg und ist dann da
00:32:17: schnell eine Woche entspannen und schnell wieder zurück.
00:32:19: Das ist ja wirklich keine Entschleunigung in dem Sinne.
00:32:22: Ja, genau. Und jetzt zum Abschluss, Michi.
00:32:25: Wenn morgen jemand ein wichtiges Interview hat und aus unserem Gespräch nur einen
00:32:29: einzigen Gedanken mitnehmen dürfte, welcher wäre das?
00:32:35: Ja, man sagt ja immer: Sei du selbst.
00:32:37: Und es klingt so abgedroschen, aber es gibt nichts Besseres, als was
00:32:41: man machen kann, als das mal loszulassen.
00:32:43: Das, was man auswendig gelernt hat.
00:32:46: Natürlich fällt es nicht allen Menschen so einfach, aber ja.
00:32:50: Sei du selbst ist der beste Tipp, den man einem geben kann.
00:32:54: Auch wenn es total abgedroschen klingt.
00:32:57: Klingt ein bisschen abgedroschen, hast du jetzt gesagt.
00:33:01: Ja, das klingt häufig erwähnt.
00:33:05: Und es ist nicht für alle so leicht. Das stimmt.
00:33:07: Aber es macht natürlich total Sinn, auch wirklich die eigene
00:33:10: Persönlichkeit durchscheinen zu lassen.
00:33:13: Dann können die Personen, die zuschauen, das Publikum kann auch sehen: Ah,
00:33:17: das ist so eine Person oder so oder so eine Person.
00:33:19: Und das ist schön.
00:33:21: Beziehungsweise einen, einen Prozess anzustoßen,
00:33:24: weil viele können die Frage auf wer bin ich oder ja für was stehe ich gar nicht
00:33:28: beantworten, dass man sich damit auch einfach beschäftigt.
00:33:31: Das hat mir persönlich extrem stark geholfen und da
00:33:37: diese Zeit zu nutzen oder auch mit einem Coach gemeinsam daran zu gehen,
00:33:41: kann ich nur empfehlen.
00:33:43: Ja, dann kann man diese Frage nämlich auch beantworten, wenn man sagt,
00:33:45: so sei du selbst, dann weiß man wie man selbst sein kann.
00:33:50: Genau.
00:33:51: Also viele Menschen, wenn man die fragen würde,
00:33:53: wer bist du denn eigentlich oder was, für was stehst du?
00:33:56: Die müssen erst mal lange überlegen. Das ist ja klar.
00:33:59: Voll. Ja, es ist ja auch keine einfache Frage.
00:34:02: Es ist eine der schwierigsten Fragen überhaupt, weil man halt
00:34:06: viel funktioniert im Alltag und so seine Rollen annimmt und dann sich selber
00:34:09: ein bisschen hintenan stellt.
00:34:11: Ja, ja, es wäre schon fast philosophisch.
00:34:15: Ja, Mensch, erkenne, wer du bist. Das wäre schon philosophisch.
00:34:17: Aber bevor das stattfindet, das überlassen wir lieber anderen, sagen
00:34:21: wir lieber erstmal vielen, vielen Dank.
00:34:23: Michi, Michael Schiffmann von Pergola Studios, war bei mir beim Talk
00:34:29: bei professionell auftreten und wir haben viel gehört und gelernt über den
00:34:34: professionellen Auftritt als Unternehmerin, Unternehmer vor
00:34:37: der Kamera bei einem Dokufilm.
00:34:40: Herzlichen Dank, Michi!
00:34:41: Vielen Dank, Silvia, hat Spaß gemacht.
00:34:43: Mir auch, danke schön.
00:34:50: Das war's für dieses Mal, professionell auftreten.
00:34:53: Jetzt hast du bestimmt noch mehr Freude bei deinen kommenden Präsentationen.
00:34:58: Weitere Informationen zum Podcast und die Shownotes findest du auch auf
00:35:02: meiner Webseite piz-coaching. de.
00:35:06: Schau doch mal rein.
00:35:07: Danke und bis bald!
00:35:09: Deine Silvia B. Pitz.
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