#78 Kann man Führung hören? Was deine Stimme über Präsenz und Kompetenz verrät
Shownotes
Kann man Führung hören? Absolut.
Deine Stimme entscheidet mit darüber, ob du im Meeting souverän, klar und kompetent wirkst – oder ob bei deinem Gegenüber trotz guter Argumente ein leises Fragezeichen bleibt.
In dieser Folge von „Professionell Auftreten“ geht es darum, wie Sprechtempo, Pausen, Stimmlage und Betonung deine Wirkung als Führungskraft beeinflussen. Du erfährst, warum gerade kompetente Menschen oft zu schnell sprechen, weshalb eine kurze Pause erstaunlich viel Autorität erzeugen kann und was mit deiner Stimme passiert, wenn du unter Druck gerätst.
Natürlich bleibt es nicht bei der Theorie: Mit kleinen Übungen und einem einfachen Smartphone-Experiment kannst du direkt testen, wie deine eigene Stimme auf andere wirkt – und wo du mit wenigen Veränderungen deutlich mehr Präsenz erzeugen kannst.
Eine Folge für alle, die führen, präsentieren, überzeugen und auch in kritischen Situationen hörbar souverän bleiben wollen.
Shownotes:
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00:00:04: Herzlich willkommen zu Professionell auftreten, dein Podcast für
00:00:07: die gelungene Präsentation.
00:00:10: Souverän, glaubwürdig und begeisternd auftreten, deine Botschaft zielsicher
00:00:15: anbringen, mit Leichtigkeit Lampenfieber, kritische Fragen und andere
00:00:20: Stolpersteine überwinden, darum geht's.
00:00:23: Ich bin Silvia B. Pitz und freue mich auf dich.
00:00:26: Herzlich willkommen!
00:00:33: Du sitzt in einem Meeting.
00:00:35: Eine Führungskraft eines anderen Bereichs präsentiert die neue Produktstrategie.
00:00:40: Die Zahlen stimmen, die Argumentation ist sauber, die Folien sind professionell und
00:00:47: eigentlich gibt es überhaupt nichts auszusetzen.
00:00:50: Trotzdem hast du das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt.
00:00:54: Du hörst zu, aber du glaubst der Person nicht so richtig.
00:00:59: Vielleicht denkst du auch: „Irgendwie wirkt sie unsicher oder ein
00:01:02: bisschen nervös." Du kannst zunächst gar nicht ganz genau sagen, woran es liegt.
00:01:09: Jetzt stell dir mal eine zweite Person vor.
00:01:12: Sie sagt inhaltlich fast genau dasselbe, spricht dabei ruhig, setzt Pausen, betont
00:01:20: sehr gezielt und lässt ihre Sätze stehen.
00:01:25: Du denkst: Der oder die weiß genau, wovon sie spricht.
00:01:30: Woher kommt dieser Unterschied?
00:01:33: Ganz oft liegt er in der Stimme und in einigen Besonderheiten beim Sprechen.
00:01:39: Willkommen zu einer neuen Folge von „Professionell auftreten":
00:01:42: Kann man Führung hören?
00:01:45: Was deine Stimme über Präsenz und Kompetenz verrät.
00:01:49: Darum geht's heute.
00:01:52: In den vergangenen Folgen habe ich viel über Gestik und Körpersprache gesprochen.
00:01:58: Heute möchte ich mit dir einen Bereich anschauen, der mindestens genauso großen
00:02:02: Einfluss auf unsere Wirkung hat und trotzdem häufig unterschätzt wird:
00:02:07: unsere Stimme.
00:02:09: Führung kann man tatsächlich hören, behaupte ich.
00:02:13: Natürlich erkennen wir eine Führungskraft nicht an einer besonders tiefen Stimme
00:02:19: oder daran, dass sie möglichst laut spricht.
00:02:22: Wir hören vielmehr, wie sicher jemand mit dem eigenen Gedanken ist,
00:02:27: ob jemand gerade Zustimmung sucht, angespannt oder begeistert ist und ob
00:02:34: jemand innerlich wirklich hinter dem steht, was er sagt.
00:02:39: Manchmal hören wir sogar ziemlich deutlich, dass jemand selbst noch
00:02:43: gar nicht so ganz überzeugt ist.
00:02:46: Ganz genau können wir das bei Menschen hören, die wir „gut kennen".
00:02:50: Die Stimme verrät die Stimmung.
00:02:53: Ganz eindeutig.
00:02:54: Du hast bestimmt selber viele Beispiele dafür.
00:02:58: Aber auch bei Leuten, die wir gar nicht so gut kennen, fallen uns vielleicht eher
00:03:02: unbewusst Kleinigkeiten auf, die für ein Störgefühl sorgen.
00:03:08: Was betrachten wir heute mal im Besonderen?
00:03:12: Einmal, wie das Sprechtempo deine Aussagen verstärkt oder abschwächt.
00:03:17: Dann im zweiten Abschnitt geht's um Pausen und schließlich sprechen wir über die
00:03:23: Stimmlage und wie sich diese unter Druck entspannt halten lässt.
00:03:30: Unsere Stimme transportiert immer eine zweite Botschaft.
00:03:33: Wenn wir sprechen, transportieren wir zwei Ebenen gleichzeitig.
00:03:38: Die erste Ebene ist der Inhalt, also Zahlen, Fakten, Argumente und
00:03:43: Informationen ganz allgemein gesagt.
00:03:46: Die zweite Ebene ist die Art und Weise, wie wir diesen Inhalt vermitteln.
00:03:52: Genau diese zweite Ebene beeinflusst ganz erheblich, wie die erste Ebene
00:03:57: bei unserem Gegenüber ankommt.
00:04:00: Nehmen wir einen einfachen Satz: „Ich halte diese Entscheidung für
00:04:04: richtig." Wenn du diesen Satz einmal relativ schnell
00:04:09: sagst und deine Stimme am Ende leicht nach oben gehen lässt,
00:04:13: Dann hört sich das so an: Ich halte diese Entscheidung für richtig.
00:04:19: Schon klingt die gleiche Aussage fast wie eine Frage.
00:04:23: Jetzt sprichst du denselben Satz etwas langsamer, betonst das Wort „richtig"
00:04:29: und lässt danach eine kleine Pause.
00:04:32: Ich halte diese Entscheidung für richtig.
00:04:36: Die Wörter sind identisch und trotzdem entsteht eine völlig andere Wirkung.
00:04:42: Im ersten Fall könnte der Eindruck entstehen, dass du hoffst, die
00:04:47: anderen mögen es genauso sehen.
00:04:49: Im zweiten Fall hören wir eine klare Position.
00:04:54: Das ist gerade für Führungskräfte enorm wichtig, denn Menschen reagieren nicht
00:04:59: ausschließlich auf das, was jemand sagt.
00:05:02: Sie reagieren sehr sensibel darauf, wie eindeutig die Person selbst
00:05:07: hinter ihrer Aussage steht.
00:05:09: Also Profi-Tipp: Mache bei einer wichtigen Aussage am Ende einen Punkt!
00:05:17: Unser Sprechtempo verrät mehr, als uns lieb ist.
00:05:20: Ein Thema, das mir in meinen Trainings immer wieder begegnet,
00:05:23: ist das Sprechtempo.
00:05:26: Viele Menschen haben von sich selbst den Eindruck, dass sie zu schnell sprechen.
00:05:31: Das stimmt aber nur bedingt.
00:05:33: Schnell sprechen ist meistens dann der Fall, wenn die Sprecherinnen und Sprecher
00:05:38: nervös sind oder viel Wissen haben oder unbedingt zeigen möchten,
00:05:44: dass sie gut vorbereitet sind.
00:05:47: Gerade sehr kompetente Menschen sind dafür besonders anfällig.
00:05:51: Sie haben unglaublich viel im Kopf, kennen die Hintergründe, die Zahlen und
00:05:56: Zusammenhänge und möchten möglichst viel davon unterbringen.
00:06:00: Geht's dir auch so?
00:06:03: Also wird schneller gesprochen, damit all dieses Wissen auch noch in die zur
00:06:07: Verfügung stehende Zeit hineinpasst.
00:06:11: Dabei gibt es ein Problem: Deine Zuhörerinnen und Zuhörer kennen
00:06:15: all diese Zusammenhänge ja noch nicht.
00:06:18: Während du gedanklich bereits bei Punkt 7 angekommen bist, verarbeitet dein
00:06:23: Publikum möglicherweise gerade Punkt 2.
00:06:27: Je schneller du hier sprichst, desto größer kann dieser Abstand werden.
00:06:32: Was passiert?
00:06:33: Du verlierst sie.
00:06:35: Ein hohes Sprechtempo erzeugt außerdem manchmal eine Wirkung, die
00:06:39: überhaupt nicht beabsichtigt ist.
00:06:42: Es kann gehetzt oder nervös wirken und gelegentlich sogar den Eindruck
00:06:47: vermitteln, jemand wolle möglichst schnell durch die eigene Aussage hindurchkommen
00:06:53: und die Präsentation hinter sich bringen.
00:06:57: Das ist schade, denn jede Gelegenheit zur Präsentation ist eine Chance.
00:07:02: Ich sage das immer und immer wieder.
00:07:05: Es ist deine Chance, zu sagen und zu zeigen, was dir wichtig ist, was Gehör
00:07:11: finden will und was ankommen soll.
00:07:14: Also nutze die Gelegenheit!
00:07:17: Souveränität braucht ein bisschen Zeit.
00:07:20: Mir fällt das manchmal auch schwer, ich gehöre eher zu den Schnellsprecherinnen.
00:07:26: Der Vorteil dabei ist, dass die schnell sprechenden Leute es leichter haben,
00:07:31: auch mal das Tempo rauszunehmen, also bewusst langsamer zu sprechen.
00:07:39: Andersherum ist es schon schwieriger: Langsamsprecher und -sprecherinnen, also
00:07:44: manchmal so richtige Schlaftabletten, tschuldigung, tun sich viel schwerer
00:07:49: damit, auch mal schneller zu sprechen.
00:07:52: Beides hat aber seine Berechtigung.
00:07:55: Die Variation macht hier wieder mal die Attraktivität in der Präsentation aus.
00:08:01: Die ganz bewusste Variation.
00:08:04: Deswegen bedeutet es eben nicht, dass du ständig langsam und
00:08:09: getragen sprechen solltest.
00:08:12: Das würde genauso künstlich wirken.
00:08:14: Gute Sprecherinnen und Sprecher variieren ihr Tempo.
00:08:19: Bei einer Geschichte, wo es gerade Action gibt, darfst du schneller werden,
00:08:23: bei einer lebhaften Schilderung ebenfalls.
00:08:26: Wenn du jedoch einen wichtigen Gedanken platzierst, kannst du ganz
00:08:31: bewusst Tempo herausnehmen.
00:08:34: Genau dadurch entsteht Aufmerksamkeit.
00:08:38: Wir kommen schon zum zweiten Teil der hörbaren Führung: die Pause.
00:08:44: Sie ist eines der stärksten Instrumente beim Sprechen.
00:08:49: Damit sind wir auch bei meinem Lieblingsthema: der Pause.
00:08:53: Die allermeisten meiner Coachees empfinden Pausen beim Sprechen als unangenehm.
00:08:58: Eine einzige Sekunde kann sich vor Publikum plötzlich
00:09:01: unglaublich lang anfühlen.
00:09:04: Deshalb wird jede kleine Lücke sofort gefüllt, zum Beispiel mit einem „äh",
00:09:09: einem „also", einem „sozusagen", einem „genau", weiteren
00:09:14: Füll- oder Modewörtern oder einfach mit dem nächsten Satz, obwohl der vorherige
00:09:19: beim Publikum noch gar nicht richtig angekommen ist.
00:09:24: Dabei ist eine bewusst gesetzte Pause eines der stärksten Instrumente,
00:09:29: die du beim Sprechen hast.
00:09:32: Stell dir vor, ein Vorstand sagt: „Wir werden in den kommenden 12 Monaten
00:09:37: eine Entscheidung treffen, die unser Unternehmen für die nächsten 10
00:09:41: Jahre prägen wird." Dann kommt eine Pause.
00:09:46: Was passiert in diesem Moment?
00:09:49: Die Aufmerksamkeit steigt, denn die Menschen warten darauf, was jetzt kommt.
00:09:54: Eine Pause signalisiert außerdem etwas, das wir stark mit Souveränität verbinden.
00:10:00: Jemand hält es aus, dass es für einen kurzen Moment still ist, und
00:10:05: muss diese Stille nicht hektisch füllen.
00:10:09: Das kannst du wunderbar in Meetings beobachten.
00:10:13: Bei einer bewussten Pause bitte unbedingt bedeutungsvoll ins Publikum schauen.
00:10:18: Meine Coachees kennen diese Aussage von mir und lächeln immer dabei,
00:10:22: wenn ich diesen Tipp gebe.
00:10:24: Das hat aber auch einen weiteren enormen Vorteil, denn
00:10:27: wenn du einmal den Faden verlierst, kannst du genau das tun:
00:10:31: eine Pause machen und dabei unbedingt bedeutungsvoll ins Publikum schauen.
00:10:36: Dann denken die Leute: Ja, wenn sie so schaut, dann kommt jetzt
00:10:40: bestimmt etwas Bedeutungsvolles.
00:10:43: Und in 99% der Fälle ist der Faden nach 1 bis 2 Sekunden wieder da
00:10:48: und du kannst weitermachen.
00:10:51: Pausen sind wunderbar.
00:10:53: Sie geben deinem Publikum Zeit, das Gesagte zu verdauen.
00:10:58: Du weißt ja schon, wovon du sprichst. Hoffentlich.
00:11:01: Davon gehe ich jetzt mal aus.
00:11:03: Aber dein Publikum hört das aus deinem Mund und in dieser Situation
00:11:08: womöglich zum allerersten Mal.
00:11:10: Gib ihnen also bitte Zeit, das Ganze zu verstehen.
00:11:15: Wer zum Beispiel nach einer kritischen Frage sofort losspricht, wirkt häufig
00:11:19: weniger souverän als jemand, der sich 2 Sekunden Zeit nimmt,
00:11:25: kurz nachdenkt und anschließend antwortet.
00:11:29: Diese 2 Sekunden fühlen sich für den Sprecher oft sehr lang an.
00:11:34: Für alle anderen wirken sie meistens völlig normal und häufig sogar kompetent.
00:11:40: Denke bitte daran: In diesem Fall bedeutungsvoll und
00:11:44: entspannt ins Publikum schauen!
00:11:47: Das Nachdenken sollte dabei mit eben auch entspannter Mimik und Gestik passieren,
00:11:51: sonst merkt das Publikum deine Verfassung.
00:11:56: Vielleicht ein ärgerliches Kopfschütteln oder verkrampfte Hände.
00:12:01: Das kann ganz schnell und unbewusst im Eifer des Gefechts passieren,
00:12:05: also hier besonders achtsam sein.
00:12:09: Baue regelmäßig Pausen in deine Präsentation ein.
00:12:12: Dein Publikum freut sich und du hast dir selbst auch eine kurze
00:12:15: Verschnaufpause verdient.
00:12:18: Damit sind wir schon beim dritten Teil im heutigen Podcast zur hörbaren Führung.
00:12:25: Unsere Stimme.
00:12:27: Muss man eine gute Stimme haben?
00:12:29: Das werde ich oft gefragt von meinen Seminarteilnehmenden.
00:12:33: „Ich habe eben keine besonders gute Stimme", höre ich da öfter.
00:12:37: Ja klar, es gibt Stimmen, die wir spontan als besonders angenehm empfinden,
00:12:43: und manche Menschen haben von Natur aus mehr Volumen und Resonanz.
00:12:48: Die Wirkung einer Stimme hängt allerdings viel weniger von ihrer natürlichen
00:12:52: Klangfarbe ab, als viele Menschen denken.
00:12:55: Entscheidend ist, was du mit deiner Stimme machst.
00:12:59: Nutzt du deine Resonanz, das heißt, atmest du ruhig und tief in den Bauch hinein?
00:13:06: Sprichst du verständlich?
00:13:08: Setzt du Pausen?
00:13:10: Variierst du deine Sprachmelodie, betonst du sinnvoll und lässt du
00:13:16: wichtige Gedanken auch einmal stehen?
00:13:19: All das kann man trainieren.
00:13:22: Die Stimme ist ein starkes Persönlichkeitsmerkmal und wir können mit
00:13:26: der Stimmlage auch noch Wirkung erzielen.
00:13:30: Die angenehmste Stimmlage ist übrigens die sogenannte mittlere Sprechstimme.
00:13:35: Sie kommt zum Beispiel bei einem guten Essen zum Tragen, wenn wir
00:13:39: genüsslich „Mmm" sagen.
00:13:43: Probier das gern mal zusammen mit mir aus.
00:13:45: Tief in den Bauch einatmen.
00:13:49: Und an dein Lieblingsessen denken.
00:13:54: Mmh.
00:13:54: Merkst du, wo es leicht vibriert und Resonanz erzeugt wird?
00:13:59: Unsere Stimme ist ein wunderbares Instrument, das wir trainieren und schulen
00:14:04: können, bis zu einem gewissen Grad natürlich.
00:14:08: Mach das ruhig immer wieder vor Präsentationen.
00:14:11: Auch eine kurze Sprechübung zum Aufwärmen des Sprechapparats ist empfehlenswert.
00:14:17: Dadurch wirkt die Aussprache klarer und du wirkst auch energiegeladener.
00:14:23: In den Shownotes gibt's dazu Material.
00:14:27: Mach gern dazu auch gleich noch ein kleines Experiment:
00:14:31: Nimm dein Smartphone und sprich eine Minute lang oder eineinhalb Minuten über
00:14:35: ein Thema, das dich beruflich gerade beschäftigt.
00:14:39: Du brauchst dafür kein Manuskript und musst dich auch nicht vorbereiten.
00:14:43: Sprich einfach so, wie du es beispielsweise in
00:14:46: einem Meeting tun würdest.
00:14:49: Anschließend hörst du dir die Aufnahme an und achtest zunächst gar nicht
00:14:53: mal so sehr auf den Inhalt.
00:14:56: Hör einfach nur mal auf deine Stimme.
00:14:59: Wie klingt sie?
00:15:01: Sei bitte wieder freundlich mit dir und deiner Stimme.
00:15:05: Wie schnell sprichst du?
00:15:07: Wo machst du Pausen?
00:15:09: Welche Wörter betonst du?
00:15:12: Was passiert mit deiner Stimme am Satzende?
00:15:15: Gibt es vielleicht Füllwörter?
00:15:17: Die sofort abschaffen!
00:15:19: Klingen deine Sätze sehr ähnlich oder hörst du Variation?
00:15:24: An welchen Stellen hörst du Energie und Sicherheit?
00:15:28: Und wo vielleicht auch ein bisschen Anspannung?
00:15:31: Das ist eine ganz einfache Übung, die du jederzeit durchführen kannst und manchmal
00:15:36: ist sie überraschend aufschlussreich.
00:15:39: Wir hören unsere eigene Stimme während des Sprechens nämlich anders
00:15:43: als andere Menschen.
00:15:45: Eine Aufnahme gibt uns deshalb einen ziemlich guten Reality-Check.
00:15:50: Was passiert nun mit unserer Stimme unter Druck?
00:15:54: Besonders herausgefordert ist unsere Stimme in schwierigen Situationen.
00:15:59: Vielleicht kennst du das aus Meetings, aus Präsentationen oder aus Interviews.
00:16:04: Eine kritische Frage kommt und dann verändert sich das Sprechen:
00:16:09: Das Tempo steigt, die Tonlage geht nach oben, die Stimme wirkt gepresst,
00:16:14: die Antwort wird länger und es tauchen vielleicht sogar mehr Füllwörter auf.
00:16:20: Inhaltlich wird sich die Person möglicherweise sogar rechtfertigen,
00:16:23: obwohl das überhaupt nicht notwendig wäre.
00:16:27: Unser Körper reagiert auf Stress und unsere Stimme reagiert automatisch mit.
00:16:33: Genau deshalb ist stimmliche Präsenz für Führungskräfte so wichtig.
00:16:38: Gerade wenn eine kritische Frage kommt, hilft häufig etwas sehr Einfaches:
00:16:44: Du atmest erst einmal bewusst aus, lässt einen kurzen Moment vergehen,
00:16:50: atmest entspannt mit weitem Bauch ein und antwortest anschließend.
00:16:57: Du darfst dir die Zeit nehmen, einen Gedanken zu formulieren.
00:17:02: Gerade diese kleine Ruhe kann eine enorme Wirkung haben.
00:17:07: Probier's mal aus!
00:17:10: Kann man Führung also hören?
00:17:12: Ja, wir können eine ganze Menge davon hören.
00:17:16: Natürlich hören wir jetzt keine Hierarchie und wir können aus einer Stimme auch nicht
00:17:20: ableiten, wie groß die fachliche Kompetenz eines Menschen tatsächlich ist.
00:17:25: Wir hören allerdings sehr wohl, wie jemand mit dieser Kompetenz umgeht.
00:17:30: Wir nehmen Klarheit, Ruhe, Präsenz und Begeisterung wahr.
00:17:37: Wir hören, ob jemand einen Gedanken wirklich zu Ende bringt und ob eine
00:17:41: Person ihrer eigenen Aussage vertraut.
00:17:45: Genauso schnell nehmen wir wahr, wenn jemand versucht, eine Rolle zu spielen.
00:17:50: Vielleicht ist genau das der wichtigste Punkt: Eine überzeugende Führungsstimme
00:17:55: entsteht dann, wenn deine Stimme das unterstützt, was du sagen möchtest.
00:18:00: Und wenn Gedanke, Haltung und Ausdruck zusammenpassen.
00:18:05: Achte deshalb bitte in deinem nächsten Meeting einmal darauf, wie du einen
00:18:09: wichtigen Gedanken platzierst.
00:18:11: Vielleicht sprichst du ihn ein kleines bisschen langsamer,
00:18:15: setzt anschließend eine bewusste Pause, blickst dabei bitte bedeutungsvoll und
00:18:20: lässt den Satz einfach mal stehen, anstatt sofort noch 3 Erklärungen
00:18:24: hinterherzuschieben.
00:18:26: Eine gute Aussage braucht Raum, den wir ihr geben müssen.
00:18:32: Dazu gehört wie immer auch Übung.
00:18:35: Wir haben heute 3 Aspekte der stimmlichen Führungspräsenz besprochen, nämlich
00:18:40: Sprechtempo, Pausen und die eigentliche Stimme.
00:18:45: Es geht aber demnächst damit noch weiter, also bleibt dran!
00:18:49: In diesem Sinne wünsche ich dir viel Freude beim Ausprobieren und beim Zuhören.
00:18:55: Vielleicht hörst du beim nächsten Meeting sogar ein bisschen genauer hin,
00:18:58: wie Führung bei anderen klingt.
00:19:01: Und wie sie bei dir selbst klingt.
00:19:03: Bis zur nächsten Folge von Professionell auftreten!
00:19:07: Ich freu mich auf dich. Deine Silvia.
00:19:13: Vielleicht magst Möchtest du jetzt ein persönliches Speaker-Coaching buchen?
00:19:17: Schau gern auf meiner Homepage rein. Ich freue mich auf dich.
00:19:20: Deine Silvia B. Pitz.
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