#73 Professionelle Führungskommunikation in Krisenzeiten - Was Menschen jetzt wirklich von dir brauchen
Shownotes
Wie kommunizierst du, wenn die Antworten noch nicht feststehen?
Genau diese Frage beschäftigt derzeit viele Führungskräfte. In unsicheren Zeiten suchen Mitarbeitende weniger nach perfekten Antworten als nach Orientierung, Klarheit und Vertrauen. Gleichzeitig kursieren Gerüchte, Veränderungen lösen Emotionen aus und kritische Fragen gehören plötzlich zum Führungsalltag.
In dieser Folge von „Professionell Auftreten“ erfährst du, wie professionelle Führungskommunikation in Krisenzeiten gelingt. Anhand konkreter Beispiele aus Unternehmen lernst du, warum Informationen allein nicht ausreichen, wie du schwierige Themen offen ansprechen kannst und weshalb psychologische Sicherheit, Transparenz und Dialogfähigkeit heute zu den wichtigsten Führungsqualitäten gehören.
Eine Folge für alle Führungskräfte, die auch dann Orientierung geben möchten, wenn die Zukunft noch unscharf ist.
Shownotes:
✅ Alber Thiele: „Argumentieren unter Stress“
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00:00:03: Herzlich willkommen zu Professionell auftreten, dein Podcast für
00:00:08: die gelungene Präsentation.
00:00:10: Souverän, glaubwürdig und begeisternd auftreten, deine Botschaft zielsicher
00:00:15: anbringen, mit Leichtigkeit Lampenfieber, kritische Fragen und andere
00:00:20: Stolpersteine überwinden, darum geht's.
00:00:23: Ich bin Silvia B.
00:00:25: Pitz und freue mich auf dich.
00:00:26: Herzlich willkommen!
00:00:33: Eine internationale Studie des Edelman Trust Barometers kommt seit Jahren immer
00:00:38: wieder zu einem bemerkenswerten Ergebnis: In Zeiten wirtschaftlicher,
00:00:44: gesellschaftlicher oder politischer Unsicherheit steigt das Bedürfnis nach
00:00:49: vertrauenswürdiger Führung deutlich an.
00:00:53: Das überrascht jetzt vermutlich niemanden.
00:00:56: Interessant wird es jedoch beim zweiten Blick auf die Ergebnisse.
00:01:00: Menschen erwarten in solchen Situationen gar nicht unbedingt,
00:01:03: dass Führungskräfte auf jede Frage sofort eine perfekte Antwort haben.
00:01:09: Sie erwarten vielmehr Orientierung.
00:01:12: Sie möchten verstehen, was gerade passiert, welche Auswirkungen die
00:01:16: Entwicklungen haben und woran sie sich in einer unübersichtlichen
00:01:21: Situation festhalten können.
00:01:23: Genau hier beginnt professionelle Führungskommunikation.
00:01:28: In der vergangenen Folge haben wir darüber gesprochen, welche psychologischen
00:01:32: Fallstricke Führungskräfte in Krisenzeiten drohen.
00:01:36: Manche reagieren mit immer mehr Kontrolle, andere ziehen sich kommunikativ zurück
00:01:43: und vermeiden schwierige Gespräche.
00:01:46: Beide Reaktionen sind menschlich nachvollziehbar, führen jedoch selten zu
00:01:50: den Ergebnissen, die Teams und Unternehmen in schwierigen Zeiten brauchen.
00:01:57: Heute möchte ich einen Schritt weitergehen und mit dir gemeinsam anschauen,
00:02:01: wie professionelle Führungskommunikation in Krisenzeiten konkret aussehen kann.
00:02:08: Dazu betrachten wir typische Situationen aus dem Führungsalltag und werfen einen
00:02:14: Blick auf die psychologischen Mechanismen dahinter.
00:02:18: Ganz herzlich willkommen!
00:02:20: Beginnen wir mit einer Beobachtung, die ich in Trainings und Coachings immer
00:02:24: wieder mache: Viele Führungskräfte glauben,
00:02:28: Kommunikation bestehe vor allem darin, Informationen weiterzugeben.
00:02:33: Natürlich gehören Informationen dazu, das ist ja klar.
00:02:36: Menschen wollen wissen, was passiert.
00:02:38: Allerdings reicht das allein nicht aus.
00:02:42: Der Organisationspsychologe Carl Weick hat sich intensiv mit dieser Frage
00:02:48: beschäftigt, wie Menschen in komplexen Situationen Orientierung finden.
00:02:54: Er beschreibt, dass Menschen nicht nur Informationen sammeln,
00:02:58: sondern vor allem versuchen, diesen Informationen einen Sinn zu geben.
00:03:04: Sie möchten verstehen, wie einzelne Ereignisse zusammenhängen und welche
00:03:09: Konsequenzen sich daraus ergeben.
00:03:12: Genau deshalb genügt es in Krisenzeiten häufig eben nicht, Zahlen, Daten
00:03:17: und Fakten zu präsentieren.
00:03:20: Es muss also die ganze Situation erklärt werden.
00:03:25: Nehmen wir einmal an, ein Unternehmen hat einen deutlichen
00:03:28: Umsatzrückgang zu verzeichnen.
00:03:30: Eine Führungskraft könnte dann sagen: „Der Umsatz liegt aktuell 12% unter Plan.
00:03:37: Wir beobachten die Entwicklung und prüfen geeignete Maßnahmen."
00:03:42: Sachlich ist daran ja nichts auszusetzen.
00:03:45: Trotzdem verlassen viele Mitarbeitende ein solches Meeting mit mehr Fragen als zuvor.
00:03:51: Eine kommunikativ stärkere Variante könnte lauten: Der Umsatz liegt
00:03:56: aktuell 12% unter Plan.
00:03:59: Das müssen wir ernst nehmen.
00:04:01: Gleichzeitig verfügen wir über mehrere Möglichkeiten, darauf zu reagieren.
00:04:06: In den kommenden Wochen werden wir diese Optionen genau prüfen
00:04:10: und anschließend entscheiden, welche Schritte uns
00:04:14: langfristig am meisten helfen.
00:04:16: „Und werden euch darüber auch wieder informieren."
00:04:21: Dieses Versprechen musst du dann natürlich auch einhalten, sonst verspielst
00:04:25: du das Vertrauen deiner Mannschaft.
00:04:28: Die Fakten sind identisch geblieben, die Wirkung ist jedoch eine andere.
00:04:32: Die zweite Formulierung vermittelt Orientierung und einen klaren Prozess.
00:04:38: Menschen wissen dadurch besser, woran sie sind.
00:04:41: Genau darin liegt eine wichtige Aufgabe moderner Führungskommunikation:
00:04:47: Das gilt übrigens auch für die Politik.
00:04:51: Eine weitere Situation begegnet Führungskräften derzeit besonders häufig:
00:04:56: Im Unternehmen kursieren Gerüchte.
00:04:59: Vielleicht geht es um eine Reorganisation, vielleicht um Budgetkürzungen,
00:05:05: vielleicht geht es um den Einsatz von künstlicher Intelligenz.
00:05:09: Die Mitarbeitenden sprechen darüber.
00:05:11: Die Führungskraft weiß das, Und weiß auch, dass gesprochen
00:05:15: wird, dass der Flurfunk glüht.
00:05:18: Trotzdem wird das Thema nicht angesprochen.
00:05:21: Aus psychologischer Sicht ist das problematisch.
00:05:26: Unser Gehirn mag keine Informationslücken.
00:05:29: Diejenigen von euch, die öfter bei meinem Podcast reinhören, wissen das bereits.
00:05:35: Fehlen wichtige Informationen, beginnt unser Gehirn automatisch damit,
00:05:40: die Lücken selbst zu füllen.
00:05:43: Leider entstehen dabei selten die optimistischsten Interpretationen.
00:05:47: Und das ist evolutionär bedingt.
00:05:50: Denn die Pessimisten haben tatsächlich bessere Überlebenschancen, weil sie hinter
00:05:55: jeder Hecke quasi eine Gefahr wittern.
00:05:58: Und das hat unseren Urahnen wirklich geholfen, besser zu überleben.
00:06:04: Vielleicht kennst du das ja selbst, wenn jemand sagt: „Wir müssen später dringend
00:06:07: sprechen." entstehen sofort innere Bilder und Vermutungen.
00:06:12: Die wenigsten Menschen denken in diesem Moment an eine Gehaltserhöhung.
00:06:16: Dasselbe passiert in Unternehmen.
00:06:18: Deshalb gehört es zu den wichtigsten Aufgaben von Führungskräften,
00:06:22: offensichtliche Themen wirklich offen anzusprechen.
00:06:27: Eine Führungskraft könnte beispielsweise sagen: „Mir ist bewusst, dass aktuell
00:06:32: viele Fragen zu den geplanten Veränderungen im Raum stehen.
00:06:36: „Einige Dinge sind bereits entschieden, andere noch nicht.
00:06:39: Deshalb möchte ich euch regelmäßig darüber informieren, was wir wissen und wo wir
00:06:45: noch mitten im Klärungsprozess sind." Solche Aussagen wirken häufig beruhigender
00:06:51: als jede Hochglanz-Präsentation.
00:06:55: Menschen erleben dadurch, dass schwierige Themen nicht verdrängt werden.
00:07:00: Amy Edmondson hat mit ihrer Forschung zur psychologischen Sicherheit gezeigt, wie
00:07:05: wichtig dieses Gefühl für leistungsfähige fähige Teams ist.
00:07:09: Menschen müssen erleben, dass offene Kommunikation nicht bestraft wird.
00:07:14: Nur dann sprechen sie Probleme, Risiken und Bedenken frühzeitig an.
00:07:21: Ein weiteres Thema, das viele Führungskräfte unterschätzen,
00:07:25: sind Emotionen.
00:07:27: Gerade Menschen mit technischem und analytischem Hintergrund konzentrieren
00:07:32: sich in schwierigen Situationen häufig sehr stark auf die Sachebene.
00:07:37: Das ist nachvollziehbar.
00:07:39: Probleme sollen gelöst werden, Entscheidungen müssen getroffen werden.
00:07:44: Dennoch verschwinden Emotionen nicht dadurch, dass wir sie ignorieren.
00:07:49: Stellen wir uns vor, eine Umstrukturierung wird angekündigt.
00:07:53: Die Führungskraft erklärt den Ablauf, die Zeitachse und die
00:07:57: organisatorischen Veränderungen.
00:07:59: Alles ist logisch aufeinander aufgebaut.
00:08:04: Nach dem Meeting herrscht trotzdem Unruhe.
00:08:07: Warum?
00:08:08: Tja, weil die eigentliche Frage vieler Mitarbeitender
00:08:12: unbeantwortet geblieben ist.
00:08:15: Und sie lautet nicht: „Wie sieht der genaue Projektplan aus?",
00:08:19: sondern: „Was bedeutet das für mich ganz persönlich?"
00:08:24: Professionelle Führungskommunikation berücksichtigt deshalb immer
00:08:28: auch die emotionale Ebene.
00:08:31: Eine Formulierung wie zum Beispiel: „Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass
00:08:36: diese Veränderungen Fragen und möglicherweise auch Sorgen auslösen.
00:08:40: Deshalb möchte ich heute so transparent wie möglich erklären,
00:08:44: was bereits feststeht und was aktuell noch offen ist."
00:08:50: Diese Formulierung erzeugt häufig mehr Vertrauen als 10 weitere Folien.
00:08:55: Menschen möchten auch wahrgenommen werden.
00:08:57: Das gilt ganz besonders in Situationen, die Unsicherheit auslösen.
00:09:03: Kommen wir zu einer Situation, die viele Führungskräfte als besonders
00:09:06: herausfordernd erleben: Ein Mitarbeiter stellt im Meeting eine kritische Frage.
00:09:13: Vielleicht lautet sie: „Woher wissen wir eigentlich, dass diese
00:09:17: Strategie überhaupt funktioniert?" Manche Führungskräfte hören in
00:09:21: solchen Fragen Kritik an ihrer Person.
00:09:25: Entsprechend defensiv fallen die Antworten.
00:09:27: Antworten aus.
00:09:28: Dabei steckt hinter solchen Fragen oft etwas ganz anderes: Menschen
00:09:32: suchen Sicherheit und Orientierung.
00:09:36: Eine professionelle Antwort könnte lauten: Eine Garantie haben wir nicht.
00:09:41: Wir haben Daten, Erfahrungen und Einschätzungen, auf deren
00:09:45: Grundlage wir diese Entscheidung getroffen haben.
00:09:49: Sollte sich aber zeigen, dass Anpassungen notwendig sind, werden
00:09:52: wir darauf reagieren.
00:09:54: Die konkreten Details kannst du hier natürlich einfügen, das solltest du
00:09:58: auch, sonst bleibt die Aussage zu vage.
00:10:03: Eine solche Antwort vermittelt gleichzeitig Ehrlichkeit,
00:10:06: aber auch Handlungsfähigkeit.
00:10:08: Beides sind zentrale Bestandteile von Vertrauen.
00:10:13: Eines ist aber auch klar: Es kommt auf die generelle Führungskultur
00:10:18: an, die du in deinem Unternehmen und in deinen Teams etabliert hast.
00:10:24: Gibt es eine offene Kommunikationskultur?
00:10:27: Dürfen eben auch kritische Fragen offen gestellt werden?
00:10:32: Gibt es in den Meetings und Entscheidungsrunden ein gutes
00:10:35: sogenanntes Voice Climate?
00:10:38: In Folge 71 habe ich darüber schon gesprochen.
00:10:42: Ein gutes Voice Climate ist die Basis, auch schwierige Themen
00:10:46: offen ansprechen zu können.
00:10:48: Und, und das ist wichtig, es werden auch Ideen und Anstöße aus dem
00:10:53: Mitarbeiterkreis weiterverfolgt und nicht nur als unnütze Idee abgetan.
00:11:01: Also prüfe bitte für dich und deine Führungsmannschaft, ob das wirklich passt.
00:11:07: Ich erlebe es leider immer wieder in Führungscoachings zum Thema Kommunikation,
00:11:12: dass problematische Handlungsweisen von Führungskräften geduldet werden,
00:11:17: weil sie ja gerade noch so ganz gute Zahlen liefern.
00:11:22: Möglicherweise, weil sie ihr Team bis aufs Letzte ausnutzen.
00:11:26: Gegenüber Kolleginnen agieren manche solcher Kandidaten zudem
00:11:31: wie Berserker und benehmen sich, als wären sie der Nabel der Welt.
00:11:35: Lasse so etwas in deinem Unternehmen bitte nicht zu!
00:11:40: Die guten Leute wollen sich nämlich mit so einem Verhalten in ohnehin schon
00:11:44: herausfordernden Zeiten nicht auch noch auseinandersetzen, sondern
00:11:49: einfach ihre Arbeit gut machen.
00:11:52: Zurück zu unserem Thema professionelle Kommunikation in Krisenzeiten.
00:11:57: Albert Thiele beschreibt in seinen Arbeiten zum
00:12:01: „Argumentieren unter Stress", ein Buch, das ich besonders empfehle,
00:12:05: dass Menschen unter Druck häufig in Rechtfertigungsmuster verfallen.
00:12:10: Die eigentliche Kunst besteht darin, auch in kritischen Situationen
00:12:15: dialogfähig zu bleiben.
00:12:17: Genau deshalb lohnt es sich, Fragen zunächst als Informationsquelle zu
00:12:22: betrachten und nicht als Angriff.
00:12:24: Eine weitere Beobachtung aus Krisenzeiten betrifft die Häufigkeit von Kommunikation.
00:12:31: Führungskräfte gehen davon aus, viele davon jedenfalls, dass eine wichtige
00:12:36: Botschaft einmal klar formuliert werden muss und dann schon verstanden wird.
00:12:41: Die Realität sieht aber ganz anders aus.
00:12:44: Einmal ist kein Mal, sozusagen.
00:12:47: Die Unsicherheit bindet Aufmerksamkeit.
00:12:49: Menschen beschäftigen sich innerlich immer wieder mit möglichen Risiken,
00:12:53: Konsequenzen und offenen Fragen.
00:12:56: Dadurch nehmen sie Informationen nur teilweise und bruchstückhaft auf.
00:13:02: John Kotter, einer der bekanntesten Forscher im Bereich
00:13:05: Veränderungsmanagement, weist seit vielen Jahren darauf hin,
00:13:09: dass wichtige Botschaften deutlich häufiger kommuniziert werden müssen,
00:13:13: als viele Führungskräfte glauben.
00:13:16: Wiederholung ist deshalb kein Zeichen mangelnder Kreativität.
00:13:20: Wiederholung schafft Orientierung.
00:13:23: Der Manager Jürgen Dormann hat zum Beispiel bei einem großen
00:13:28: Sanierungsprojekt bei ABB Anfang der 2000er eingeführt, dass jede Woche E-Mails
00:13:34: an alle Mitarbeitenden verschickt werden mit dem aktuellen Stand der Dinge.
00:13:40: Heute würde man vielleicht Videobotschaften schicken.
00:13:43: Außerdem hat er auch ein für die Belegschaft wichtiges Zeichen gesetzt:
00:13:48: Besondere Privilegien für das Topmanagement, wie zum Beispiel das
00:13:51: Vorstandscasino oder Business-Class-Flüge wurden abgeschafft.
00:13:56: Wenn eine wichtige Veränderung bevorsteht, solltest du also zentrale
00:14:00: Botschaften mehrfach kommunizieren.
00:14:03: Nutze unterschiedliche Formate, verschiedene Meetings und
00:14:08: unterschiedliche Kommunikationskanäle.
00:14:11: Menschen gewinnen dadurch Sicherheit und Klarheit.
00:14:16: Lass uns noch auf eine Situation schauen, die derzeit viele Unternehmen beschäftigt.
00:14:20: Das Thema künstliche Intelligenz.
00:14:23: Dieses Thema sorgt in manchen Teams für Begeisterung und in anderen
00:14:28: für erhebliche Verunsicherung.
00:14:30: Einige Mitarbeitende fragen sich vielleicht, welche Aufgaben künftig
00:14:34: automatisiert werden könnten.
00:14:37: Andere haben natürlich große Sorge, den Anschluss oder gar den Job zu verlieren.
00:14:42: Professionelle Führungskommunikation besteht hier nicht darin, Ängste
00:14:46: kleinzureden, wie zum Beispiel „Ach, macht euch keine Sorgen, das wird schon."
00:14:51: So ein Satz erzeugt statt Vertrauen eher Wut und weitere Sorgen.
00:14:57: Deutlich hilfreicher wäre zum Beispiel: „Die technologischen Veränderungen sind
00:15:02: groß und werden unsere Arbeit verändern.
00:15:05: Gleichzeitig eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten.
00:15:09: Deshalb werden wir gemeinsam lernen müssen, welche Kompetenzen künftig
00:15:13: besonders wichtig werden und wie wir uns darauf vorbereiten können.
00:15:20: Solche Aussagen vermitteln weder Angst noch falsche Sicherheit,
00:15:23: sie vermitteln Orientierung.
00:15:26: Genau das brauchen Menschen in Krisenzeiten.
00:15:31: Vorbildhaft hat während der Corona-Pandemie die damalige
00:15:35: neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern kommuniziert.
00:15:40: Beobachter beschrieben vor allem die Kombination aus Klarheit und Empathie.
00:15:46: Sie benannte schwierige Realitäten offen, ohne dabei Angst zu schüren, und zeigte
00:15:52: gleichzeitig Verständnis für die Sorgen der Menschen.
00:15:56: Für Führungskräfte steckt darin eine ganz wichtige Botschaft:
00:16:00: Menschen wollen nicht nur informiert werden, sie wollen sich verstanden fühlen.
00:16:07: Das sogenannte Team Resilience Capacity Model beispielsweise beschreibt sehr
00:16:12: eindrucksvoll, wodurch resiliente Teams entstehen.
00:16:16: Einer der wichtigsten Faktoren ist dabei nicht die Abwesenheit von Problemen,
00:16:21: sondern die Fähigkeit, offen über Herausforderungen zu sprechen,
00:16:25: gemeinsam zu lernen und Unsicherheiten konstruktiv zu bearbeiten.
00:16:31: Resiliente Teams haben deshalb nicht weniger Krisen als andere Teams,
00:16:36: sie verfügen lediglich über bessere Kommunikationsmuster.
00:16:41: Und dabei kommt die Führungskraft wieder ins Spiel.
00:16:45: Vielleicht ist das sogar die wichtigste Erkenntnis dieser Folge:
00:16:49: Professionelle Führungskommunikation bedeutet, Orientierung zu geben,
00:16:53: wenn Menschen Orientierung suchen.
00:16:56: Sie bedeutet, schwierige Themen anzusprechen, statt sie zu verdrängen.
00:17:01: Sie bedeutet, Unsicherheit auszuhalten, ohne in Aktionismus oder
00:17:07: in Schweigen zu verfallen.
00:17:10: Vielleicht beobachtest du dich in den kommenden Tagen einmal ganz bewusst: Wie
00:17:15: sprichst du denn über schwierige Themen?
00:17:18: Wie reagierst du auf kritische Fragen?
00:17:21: Wie transparent kommunizierst du, wenn noch nicht alle Antworten feststehen?
00:17:27: Und welche Atmosphäre entsteht durch deine Kommunikation?
00:17:32: Denn genau daran entscheidet sich häufig, ob Menschen Vertrauen entwickeln
00:17:37: oder sich innerlich zurückziehen.
00:17:40: Professionelles Auftreten zeigt sich nicht erst auf der Bühne
00:17:45: oder bei einer großen Präsentation.
00:17:47: Es zeigt sich besonders in den Momenten, in denen Menschen Orientierung brauchen
00:17:52: und darauf warten, dass jemand den Dialog eröffnet.
00:17:57: Ich wünsche dir dabei ganz viel Erfolg und stehe natürlich zur Seite, wenn
00:18:03: du ein persönliches Coaching wünschst.
00:18:07: Deine Silvia.
00:18:09: Und schon ist wieder eine weitere Folge von professionell auftreten vorbei.
00:18:17: Wenn du weitere Unterstützung wünschst und deinen Auftritt individuell optimieren
00:18:22: möchtest, dann schreib mir gern eine E-Mail über mein Kontaktformular
00:18:27: unter pitts-coaching.
00:18:28: de/kontaktformular.
00:18:32: Ich freue mich auf dich!
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