#60 Aufrecht. Eindrucksvoll. Unwiderstehlich – Der Körper-Code für deinen Auftritt
Shownotes
Deine Haltung ist der Schlüssel zu deinem Auftrittserfolg – noch bevor du das erste Wort sprichst!
In dieser Folge von „Professionell Auftreten“ erfährst du, wie du mit einer aufrechten, natürlichen Haltung Eindruck hinterlässt und deine Persönlichkeit unwiderstehlich in Szene setzt.
Wir schauen auf überraschende Studien, räumen mit Mythen auf und du bekommst praxisnahe Übungen, mit denen du den Körper-Code für deine Bühnenwirkung sofort knackst.
Starte jetzt in deine stärkste Version – von Kopf bis Fuß!
Shownotes:
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00:00:00: Herzlich willkommen zu Professionell auftreten, dein Podcast für
00:00:07: die gelungene Präsentation.
00:00:10: Souverän, glaubwürdig und begeisternd auftreten, deine Botschaft ziel sicher
00:00:15: anbringen, mit Leichtigkeit, Lampenfieber, kritische Fragen und andere
00:00:20: Stolpersteine überwinden. Darum geht's.
00:00:23: Ich bin Silvia B.
00:00:24: Pitz und freue mich auf dich. Herzlich willkommen.
00:00:33: Es ist eine der ersten Übungen in meinem Seminar, die ich mit meinen
00:00:37: Teilnehmenden durchführe.
00:00:39: Bitte alle mal aufstehen und gerade hinstellen und bitte jetzt mal schlampig
00:00:44: und mit eingefallenen Schultern.
00:00:47: Ich blende dabei ein Bild ein von einer Person, die in verschiedenen
00:00:51: Positionen dasteht.
00:00:53: Ich bitte die Leute, sich in diese unterschiedlichen Positionen zu begeben,
00:00:58: nur ganz kurz, zu sehen und vor allen Dingen auch zu
00:01:02: spüren, wie sich die eine oder die andere Position und Haltung anfühlt.
00:01:07: Das macht Spaß und bringt auch Bewegung in die Bude.
00:01:11: Ziel dieser Mini-Übung ist es, dass wir ein Bewusstsein für unsere Haltung
00:01:17: bekommen, denn die ist für eine starke Wirkung bei der Präsentation
00:01:22: außerordentlich wichtig.
00:01:24: Willkommen zu einer neuen Folge von Professionell auftreten.
00:01:29: Aufrecht, eindrucksvoll, unwiderstehlich – Der Körper Code für deinen Auftritt.
00:01:36: Darum geht es heute.
00:01:38: Ja, es dreht sich alles das zentrale Thema, das oft unterschätzt wird und
00:01:43: doch sofort sichtbar ist: deine Haltung.
00:01:47: Genauer gesagt die äußere Haltung, die oft mehr über deine innere Einstellung
00:01:53: verrät, als dir bewusst ist.
00:01:56: Denk kurz an folgende Szene: Jemand betritt einen Raum, wirkt, gebeugt,
00:02:03: vermeidet Blickkontakt, geht schleppend oder sogar Schlürfend.
00:02:08: Was kommt dir spontan in den Sinn?
00:02:12: Wahrscheinlich eher nicht „Wow, was für eine inspirierende Führungspersönlichkeit,
00:02:17: sondern eher „Ja, die Person wirkt unsicher, vielleicht
00:02:21: sogar ein bisschen verloren.
00:02:23: Das ist kein Zufall, denn unsere Körperhaltung kommuniziert noch,
00:02:28: bevor das erste Wort besprochen wird.
00:02:31: Wir schauen uns heute an, erstens, warum die Körpersprache so wichtig ist,
00:02:36: wie wir zweitens von der Körpersprache auf die Einstellung schließen und im dritten
00:02:42: Teil gibt es dann wieder Praxis-Tipps für eine gute Haltung.
00:02:47: Ich habe auch, wie immer, wieder mal recherchiert und einige Studien dabei,
00:02:51: damit du dir über das, was ich hier sage, auch wirklich sicher sein kannst.
00:02:56: Lass uns also gleich mal erstens mit der Körpersprache Körpersprache starten.
00:03:01: Unsere Körpersprache ist uralt und wird blitzschnell bewertet.
00:03:06: Denn unsere Körperhaltung ist eine universelle Sprache, die jeder Mensch und
00:03:11: übrigens auch viele Tiere, auf Anhieb verstehen.
00:03:16: Studien belegen, wir benötigen nur Millisekunden, aus der Haltung eines
00:03:22: Menschen auf Eigenschaften wie Selbstbewusstsein, Status oder
00:03:27: sogar Kompetenz zu schließen.
00:03:30: Das passiert ganz automatisch, weil unser sogenanntes Reptilienhirn blitzschnell
00:03:35: Gefahren und Chancen scannt.
00:03:38: Ein uraltes Überlebensprogramm.
00:03:41: In Stresssituationen greifen wir auch heute noch auf diese
00:03:45: schnellen Bewertungen zurück.
00:03:48: Der Sozialpsychologe John Bark spricht in diesem Zusammenhang von Priming.
00:03:55: Unsere Wahrnehmung wird durch nonverbale Reize wie Haltung, unbewusst
00:04:00: Selbstbewusst beeinflusst.
00:04:02: Amy Cuddy, Professorin an der Harvard Business School, wurde mit ihrer
00:04:07: Power Posing Studie welt bekannt.
00:04:10: Sie zeigte, dass Menschen, die für zwei Minuten eine aufrechte, offene
00:04:15: Körperhaltung einnehmen, sich nachweislich selbstbewusster und
00:04:20: energiereicher fühlen und auch von außen selbstbewusster eingeschätzt werden.
00:04:25: Wie das Power Posing genau funktioniert, verrate ich dir bei den
00:04:29: Praxis-Tipps in wenigen Minuten.
00:04:32: Wir sind bei Punkt zwei: Wir alle schlussfolgern automatisch von
00:04:38: der Haltung eines Menschen auf die Einstellung desjenigen.
00:04:43: Die Sprache zeigt es uns ja auch bildhaft.
00:04:46: Wer wie ein geschlagener Hund wirkt, wird selten als kompetent wahrgenommen.
00:04:51: Spannend ist, dass Zuschauer und Zuschauerinnen – und das betrifft ja
00:04:56: durchaus dein Publikum –, deine Kolleginnen und deine Kollegen, deine
00:05:00: Kundinnen und Kunden, meist unbewusst auf die innere Haltung schließen.
00:05:06: Ein kromer Rücken, ein eingezogener Kopf, unsichere Bewegungen, all das signalisiert
00:05:13: – Achtung – Opferrolle und ruft beim Gegenüber entweder das
00:05:18: Bedürfnis nach Distanz oder den Impuls zum Beschützen hervor.
00:05:24: Beides ist keine gute Ausgangsposition, wenn du als Rednerin oder Redner oder als
00:05:29: Führungskraft souverän wirken möchtest.
00:05:32: Stellen wir uns mal das Gegenteil vor: Eine aufrechte, entspannte, offene
00:05:38: Körperhaltung signalisiert Präsenz, Offenheit, Kompetenz.
00:05:44: Hier wirkt der Mensch kraftvoll, ohne steif zu wirken.
00:05:48: Wichtig ist dabei: Es geht nicht militärisches Durchstrecken oder Posen,
00:05:54: sondern eine authentische Haltung, die Flexibilität und Stärke verbindet.
00:06:01: Eine weitere spannende Erkenntnis aus der Neurowissenschaft
00:06:04: ist, dass unser Gehirn auf die Haltung nicht nur bei anderen reagiert,
00:06:10: sondern auch bei uns selbst.
00:06:12: Wer sich also aufrichtet, die Schultern zurücknimmt, tief durchatmet,
00:06:20: setzt biochemisch andere Signale als jemand, der in sich so zusammensackt.
00:06:26: Ich lade dich gleich mal zu einem Experiment ein, natürlich nur wenn du
00:06:30: nicht gerade Auto fährst oder andere Maschinen betätigst.
00:06:34: Stell dich einmal mit dem Rücken an die Wand.
00:06:37: Ja, das klingt jetzt komisch, aber probier es mal aus.
00:06:41: Also Fersen, Po, Schultern und Hinterkopf haben Kontakt zur Wand oder zur Tür.
00:06:49: Kopf bleibt gerade, das Kinn leicht nach unten.
00:06:53: Jetzt geh einen Schritt von der Wand weg und halte diese Position.
00:06:58: Wie fühlt sich das an?
00:07:00: Meist spürt man sofort mehr Präsenz, aber auch ein kleines bisschen Unsicherheit
00:07:05: womöglich, weil die Haltung ja ungewohnt ist.
00:07:09: Genau das ist der erste Schritt zu einer neuen, kraftvollen Präsenz.
00:07:15: Das Tolle: Je öfter du diese Haltung einnimmst, desto normaler wird sie.
00:07:20: Studien zeigen auch hier, dass bewusste Veränderung der äußeren Haltung
00:07:24: langfristig sogar die innere Einstellung stärken kann.
00:07:29: Charlie Brown von den Peanuts wusste das in seinen comics schon lange.
00:07:34: Ja, und schon sind wir bei Teil drei, unseren Praxis-Tips.
00:07:40: Wir wollen unsere Haltung trainieren und integrieren.
00:07:44: Erstens: Nutze bewusste Pausen im Alltag, zum Beispiel beim Aufstehen,
00:07:50: beim Warten an der Kaffebar, auf dem Weg ins nächste Meeting.
00:07:55: Richte dich ganz bewusst auf, Schultern mal zu den Ohren
00:08:00: ziehen und dann ganz bewusst fallen lassen.
00:08:04: Das Ganze dreimal.
00:08:06: Das tut übrigens auch den Schultern und dem verspannten Nacken ganz gut.
00:08:11: Halte den Kopf bewusst gerade.
00:08:14: Zweitens: Geh bei deinem nächsten Spaziergang zwischendurch absichtlich ein
00:08:19: paar Schritte mit maximaler Aufrichtung, als hättest du eine
00:08:24: Medaille auf der Brustmitte.
00:08:27: Spüre mal, wie sich das anfühlt.
00:08:30: Du bist stolz auf die Medaille und willst, dass man sie sieht.
00:08:35: Drittens: Yoga, Stretching und gezieltes Training der Core-Muskulatur, also der
00:08:42: Kernmuskulatur, helfen übrigens auch hervorragend, eine natürliche,
00:08:48: aufrechte Haltung zu etablieren.
00:08:51: Gerade wenn du dich vor einem Auftritt, einer Präsentation oder einem wichtigen
00:08:55: Gespräch noch auf die Situation vorbereitest, vergiss den Körper
00:09:00: deine Haltung dabei nicht.
00:09:02: Erstens: Stelle dich kurz vor dem Raum oder der Bühne aufrecht hin,
00:09:07: atme tief durch, kalibriere dich.
00:09:11: Vielleicht kannst du auch die Übung an die Wand stellen noch mal wiederholen.
00:09:17: Oder: Stelle dir vor, du zeigst die Medaille und präsentierst dich von deiner
00:09:21: besten Seite, aber ohne zu übertreiben.
00:09:24: Zweitens: Nutze Spiegel oder Kamera, deine Haltung zu beobachten und selbst
00:09:30: wahrzunehmen, wie du wirkst.
00:09:32: Aber, Achtung, sei hier bitte freundlich zu dir selbst und kritisiere
00:09:36: nicht gleich an allem herum.
00:09:39: Du bist ja vor den Spiegel getreten, es besser zu machen.
00:09:42: Also lobe dich dafür.
00:09:45: Drittens: Trenniere mit einfachen Aufmerksamkeitsübungen.
00:09:51: Wie stehe ich gerade da?
00:09:53: Welche Botschaft sende ich allein durch meinen Körper?
00:09:58: In meinen Speaking Workshops schauen wir auch auf folgendes: Der Weg zur Bühne.
00:10:04: Hier bist du bereits sichtbar und darfst bereits Haltung Energie
00:10:09: und Freude ausdrücken.
00:10:11: Wer mit Schwung und guter Haltung auf die Bühne kommt, der gewinnt
00:10:14: gleich positive Aufmerksamkeit.
00:10:18: Es gibt professionelle Rednerinnen und Redner, die einen besonders langen Anlauf
00:10:23: nehmen, mit richtig viel Schwung auf die Bühne zu kommen.
00:10:27: Oft laufen sie sogar durchs Publikum.
00:10:30: Das ist natürlich nicht jedermanns Sache, aber ich glaube, du weißt, was ich meine.
00:10:34: Ab dem Zeitpunkt bist du im Visier des Publikums und wenn du hier erst einmal
00:10:40: einen verwirrten oder uninteressierten oder gar lahmen Eindruck erwächst,
00:10:45: wird dein Publikum lieber weiter online shoppen gehen, statt dir die
00:10:50: Aufmerksamkeit zu schenken.
00:10:53: Hier sind noch ein paar weitere beliebte Stolpersteine und die meine ich teilweise
00:10:58: sogar wortwörtlich Was solltest du also vermeiden?
00:11:02: Erstens: Eine steife Militärhaltung.
00:11:05: Das wirkt unerbar, eventuell sogar bedrohlich.
00:11:09: Zweitens: Eine übertriebene Körperspannung.
00:11:13: Diese zeugt von Stress, Unsicherheit oder Überforderung.
00:11:18: Drittens: Eine völlig entspannte Haltung, also z.
00:11:23: B.
00:11:23: Die Hände in den Hosentaschen, zusammengesunkene Schultern,
00:11:28: vermeintlich lässiger Gang.
00:11:31: Das wirkt desinteressiert und unprofessionell, es sei denn, du willst
00:11:36: für einen Moment mit so einer Haltung ganz bewusst genau so eine Wirkung erzielen.
00:11:42: Aber bitte nur dann und dann nur für kurze Zeit.
00:11:46: Viertens: Es gibt leider immer auch wirklich Stolpersteine und Stolperfallen
00:11:51: auf einer Bühne, die zu hohen Stufen zum Beispiel oder Kabel oder kleine Schächte,
00:11:57: die, wenn man da drauf tritt, nachgeben.
00:11:59: Alles schon mit Coachees erlebt.
00:12:01: Also achte generell darauf, wo du hintrittst, wie die Bühne gestaltet ist.
00:12:08: Und achte also bitte bei deiner Haltung auf eine gute Balance
00:12:14: zwischen Spannung und Entspannung.
00:12:17: Die optimale Haltung fühlt sich wach, präsent und trotzdem flexibel an.
00:12:24: Professor Amy Cuddy hat das bekannte Sprichwort „Fake it until you make it
00:12:30: umgewandelt in „Fake it until you become it.
00:12:34: Klingt jetzt weniger pfiffig, meint aber die interessante Tatsache, die wir uns
00:12:39: zunutze machen können, wenn wir an unsere Haltung denken, nämlich
00:12:44: unser Körper kann unsere innere Einstellung beeinflussen und umgekehrt.
00:12:50: Wenn du dich also immer wieder in eine positive, selbstbewusste Haltung begibst,
00:12:55: wird sich das auf Dauer auf deine Stimmung, dein Auftreten und sogar
00:12:59: auf deinen Karriereweg auswirken.
00:13:02: Und Authentizität kommt nicht aus der Perfektion, sondern aus dem Einklang
00:13:08: von innerer und äußerer Haltung.
00:13:12: Dein Publikum spürt, ob du wirklich dahinter stehst.
00:13:17: Und nun zur Übung Power Posing, die ich vorher schon angekündigt hatte.
00:13:22: Stelle dich mit nach oben ausgestreckten Armen hin, wie in einer Siegerpose.
00:13:28: Du kannst ein paar Schritte dieser Pose im Raum herumgehen.
00:13:32: Am besten – und jetzt lach nicht, das ist wirklich erwiesen – steckst du noch einen
00:13:37: hoffentlich sauberen Kuli quer in den Mund.
00:13:40: Das suggeriert deinem Hirn nämlich, dass du lächelst.
00:13:44: Wenn du das Power Posing ein paar Minuten durchziehst, natürlich hinter einem
00:13:48: Vorhang oder wo du nicht gesehen wirst, dann wirst du wissenschaftlich
00:13:53: bestätigt eine positivere Wirkung haben.
00:13:57: Das können wir nutzen.
00:13:59: Daran denken müssen wir natürlich aber selber vor einem Auftritt.
00:14:03: Mache es dir also zur Gewohnheit, vor jeder Präsentation die Haltung mit in die
00:14:08: Vorbereitung zu integrieren, dann wirst du einen kraftvollen Effekt spüren.
00:14:14: Probiere es aus und schicke mir gern deine Erfahrungen.
00:14:17: So, wir haben heute erstens über Körperhaltung gesprochen und zweitens, wie
00:14:23: wir Menschen ganz automatisch von der Haltung auf die innere Einstellung
00:14:28: schließen und Zuletzt gab es wieder ein paar Praxis-Tipps gleich
00:14:33: zum Ausprobieren für dich.
00:14:35: Mein abschließender Appell an dich: Nimm Haltung an.
00:14:40: Innerlich wie äußerlich, denn das wirkt.
00:14:44: Und zwar schon bevor du das erste Wort gesprochen hast.
00:14:48: Probiere die Übungen aus, teste verschiedene Haltungen und achte auf das
00:14:53: Feedback deines Körpers und deines Publikums.
00:14:56: Nutze jede Gelegenheit, Haltung zu zeigen.
00:15:00: Im Meeting, im Büro, beim Gang durch die Stadt.
00:15:05: Und vor allen Dingen mach es dir zur Gewohnheit, dich immer wieder auf
00:15:09: deine beste Version einzustellen.
00:15:13: Wer aufrecht geht, dem steht die Welt offen.
00:15:17: Bleib neugierig, bleib souverän und ich freue mich, wenn du bei der nächsten Folge
00:15:22: von Professionellauftreten auch wieder reinhörst.
00:15:25: Deine Sylvie.
00:15:31: Und schon ist wieder eine weitere Folge von Professionellauftreten vorbei.
00:15:35: Wenn du weitere Unterstützung wünschst und deinen Auftritt individuell optimieren
00:15:40: möchtest, dann schreib mir gerne eine E-Mail über mein Kontaktformular
00:15:45: unter pitz-coaching.
00:15:47: De/kontaktformular. Ich freue mich auf dich.
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