#33 Von Lampenfieber zu Standing Ovations: Doren Dinglinger über die Kunst des Auftritts

Shownotes

Was haben Gänsehautmomente und professioneller Auftritt gemeinsam? Genau – Doren Dinglinger!

In dieser inspirierenden Folge habe ich die außergewöhnliche Musikerin zu Gast. Als stellvertretende Konzertmeisterin des Bayerischen Rundfunks und internationale Preisträgerin begeistert sie mit ihrer Musik auf den großen Bühnen der Welt – und jetzt auch bei uns im Podcast.

Wir sprechen über ihren Weg zur Musik, ihre größten Bühnenmomente, und wie sie sich auf Auftritte vorbereitet. Doren gibt uns außerdem Einblicke, wie sie gegen Nervosität vorgeht und was sie bei ihren Kompositionen inspiriert. Zum Abschluss erfahrt ihr, wie ihr ihre Musik für besondere Momente buchen könnt – vielleicht sogar als Weihnachtsgeschenk! 🎻✨

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Transkript anzeigen

00:00:03: (Musik) Herzlich willkommen zu "Professionell auftreten", dein

00:00:07: Podcast für die gelungene Präsentation.

00:00:10: Souverän, glaubwürdig und begeisternd auftreten, deine Botschaft

00:00:14: zielsicher anbringen.

00:00:16: Mit Leichtigkeit Lampenfieber, kritische Fragen und andere Stolpersteine

00:00:20: überwinden, darum gehts.

00:00:23: Ich bin Silvia B.

00:00:25: Pitz und freue mich auf dich, herzlich willkommen.

00:00:31: Ja, heute im Studio, eigentlich in seinem Studio, so muss ich sagen,

00:00:37: ist bei mir Michael Westphal.

00:00:40: Ich freue mich ganz besonders, weil ich eigentlich bei ihm bin im Studio

00:00:44: und nicht er bei mir (lacht).

00:00:45: Das ist nämlich sein Studio.

00:00:48: Und Michael ist ein Betriebswirt eigentlich.

00:00:51: Er hat vor langer, langer Zeit studiert.

00:00:53: Langer, langer Zeit, darf ich schon sagen, genau.

00:00:55: Wir haben gerade festgestellt, wir sind dasselbe Baujahr und sogar im selben

00:00:58: Monat geboren, Michael, genau.

00:01:00: Wir verraten aber natürlich jetzt nicht, wann.

00:01:02: Du bist vier Tage älter, wenn ich das so sagen darf.

00:01:04: Ich bin vier Tage älter, das stimmt, ja, tatsächlich, ja, im selben

00:01:08: Jahr geboren (lacht). Wo bist du geboren?

00:01:09: In München. Ja, gleich um die Ecke bei mir.

00:01:11: Ja, Münchner Kindel, genau. Ja, ich auch.

00:01:13: Ja, siehst du? Ja, sauber sag i.

00:01:14: Sauber sag i (lacht), so gehts ja schon mal gut los hier, ja (lacht).

00:01:17: Ich wollte noch was über dich erzählen. Ja, sorry.

00:01:20: Ich habe dich unterbrochen. Nee, macht ja nichts.

00:01:22: Du hast ja früh schon- bist du schon in die Geschäftswelt eingestiegen, damals mit

00:01:28: der Firma HuckePack, ja, da warst du schon mal der Geschäftsführer und hast

00:01:32: das Ganze zum Erfolg geführt.

00:01:34: Und bist du dann auch später in die, ja, sagen wir mal MultiMedia 2000,

00:01:42: so hieß die Firma, bist du eingestiegen.

00:01:44: Und das war schon immer so ein Thema, wo ich dich auch bewundert habe, muss ich

00:01:48: sagen, auch immer so der Vorreiter zu sein, sehr technisch affin und

00:01:54: technologielastig diese Dinge zu bewerten und zu beäugen.

00:01:57: Und seit 1997 hast du jetzt dieses Studio oder bist der Gründer

00:02:03: oder der CEO von TV1.

00:02:04: DE (lacht).

00:02:08: Ja, das DE haben wir dann mal weggenommen. Okay.

00:02:10: Jetzt ist es EU.

00:02:12: Ach, jetzt ist es EU?

00:02:13: Hm (bejahend), seit 2008 ungefähr.

00:02:15: Dann habe ich die falsche Information.

00:02:17: Nein, nein, das war schon richtig, aber wir haben damals mehr für, sagen wir mal,

00:02:20: auch die Europäische Kommission, das Parlament, gemacht, und

00:02:23: dann kam diese EU-Domain und die fanden wir noch ein bisschen spannender.

00:02:26: Ja. Die .

00:02:26: COM war immer belegt in USA, da sind wir nicht rangekommen.

00:02:29: Okay, TV1. COM, kann ich mir vorstellen, ja.

00:02:31: Und wie ist es dann geglückt, dass du die TV1.

00:02:37: EU, wie wir jetzt wissen, gegründet hast?

00:02:39: Was war denn da so der Hintergrund überhaupt?

00:02:42: Na, ich hatte damals viel in den Medien gemacht, war hinter der Kamera, vor der

00:02:46: Kamera, und hatte irgendwie das Gefühl, als ich dann den ersten Kontakt zum

00:02:50: Internet hatte, das war 1995, dass sich da was auftut, dass da

00:02:53: irgendwann vielleicht auch mal bewegte Bilder möglich sind.

00:02:57: Und ich habe dann 96 Kontakt gehabt zum ersten Livestreaming-, sagen wir mal

00:03:03: -Haus, das war damals Real Networks.

00:03:05: Die hatten eine Software angeboten, mit der konntest du live Video übertragen.

00:03:09: Das war aus der damaligen Sicht absolut sensationell und da habe ich mir gedacht,

00:03:13: das muss ja dann irgendwann mal auch das Fernsehen erreichen.

00:03:17: Und dann gibt es ja ganz viele Sender und nicht nur die ganz wenigen.

00:03:20: Wir hatten damals fünf Programme in Süddeutschland, also ARD,

00:03:25: ZDF, das Dritte und zweimal ORF.

00:03:28: Da waren wir sowas schon die Glücklichen.

00:03:30: Und ich dachte, dann kommt da viel mehr Vielfalt rein.

00:03:33: Es war allerdings am Anfang noch so, und da sind wir auch –

00:03:36: werde ich nie vergessen – wir waren auf einer Messe, haben das zum ersten Mal

00:03:39: vorgestellt, 1998, und hatten so große Bildchen, die waren so groß

00:03:42: wie so eine kleine Briefmarke.

00:03:43: Und dann kamen die Leute vorbei und haben uns einen Vogel gezeigt, was wir

00:03:46: da für einen Bullshit machen. Ja (lacht).

00:03:47: Und dann haben wir gesagt: „Ja, Moment einmal, irgendwann einmal,

00:03:49: irgendwann einmal ist das Vollbild.

00:03:51: Und dann machst du da keinen Unterschied mehr.

00:03:54: Absolut, ja, ja.

00:03:55: Also ich sage ja, also ich finde das bewundernswert.

00:03:57: Du bist immer jemand, der sofort die Trends spürt.

00:04:00: Da werden wir gleich noch mal drüber sprechen, über die Trends der Zukunft

00:04:04: natürlich, die uns alle interessieren.

00:04:05: Jetzt sag mal, was machst du denn hauptsächlich hier im TV1.

00:04:08: EU?

00:04:09: Genau, also wir als Firma, wir haben uns unter anderem jetzt mit diesem kleinen

00:04:13: Studio hier schon, sagen wir mal (lacht) breitgemacht in Unterföhring.

00:04:18: Wir sind hier schon über 20 Jahre in der Betastraße, deswegen heißt

00:04:22: das Studio auch Beta9.

00:04:24: Und das ist so ein kleiner Ableger von uns, weil wir kommen ja eigentlich

00:04:27: aus dem Thema Livestreaming.

00:04:28: Also wir haben damals den ersten Internet-Sender gegründet und haben

00:04:33: gesagt, wir stoßen ProSieben, Sat1 (lacht), RTL, vom Thron.

00:04:39: Ja, wir waren da völlig blauäugig und auch, ich sage mal, voller Tatendrang.

00:04:44: Und damals war auch ein großer Hype, darf man nicht vergessen.

00:04:47: Die Internet-Geschichte ging ja ab wie eine Rakete, wenn man damals an die

00:04:50: Börse denkt, neuer Markt und so weiter.

00:04:53: Und dann haben wir gesagt, am Schluss schauen alle nur noch TV1,

00:04:57: haben wir richtig Redaktion aufgebaut, wir haben Fernsehsendungen konzipiert,

00:05:00: die auch interaktiv waren.

00:05:02: Du konntest zum Beispiel, oder anders ausgedrückt, wenn jetzt jemand über Aktien

00:05:06: gesprochen hat, diese Aktienkurswerte wurden dynamisch

00:05:09: neben dem Video schon eingeblendet, während der Moderator die gesprochen hat.

00:05:14: Wir haben uns auch damals schon mit dem Thema Spracherkennung beschäftigt.

00:05:17: Das war natürlich noch alles super rudimentär und am Anfang, aber es blieb.

00:05:21: So, und über die Zeit- dann sind wir fast pleite gegangen, muss

00:05:24: man sagen, 2000 Internetblase geplatzt.

00:05:26: Wir waren 45 Mitarbeiter, alles wieder runter auf acht Personen.

00:05:31: Verkleinert und hier dann auch umgezogen.

00:05:34: Wir waren erst in Schwaig, in der Nähe vom Flughafen München und haben – und das ist

00:05:39: jetzt was für Connaisseure der Internetbandbreiten – wir haben

00:05:42: für eine 34-Megabit-Leitung 28.

00:05:45: 000 Mark im Monat bezahlt. (lacht) Unvorstellbar.

00:05:48: Also umgerechnet 14.

00:05:49: 000 Euro für 34 Megabit.

00:05:51: Also du kannst ja ausrechnen, wie lange du das durchhältst, wenn du Start-up

00:05:55: bist und keine großen Einnahmen hast.

00:05:57: Und dann gab es hier in Unterföhring die Möglichkeit-

00:06:00: Leo Kirch war hier, hat Unterföhring entwickelt, an eine

00:06:03: Glasfaserleitung zu kommen, günstig.

00:06:04: Deswegen sind wir hierher gezogen, haben das Geschäftsmodell geändert, weg von B2C

00:06:09: hin zu B2B, weil wir wussten ja, wie man das macht, und haben dann sehr,

00:06:13: sehr viele Live-Webcasts gemacht.

00:06:15: Sonnenfinsternis war damals eine ganz große Geschichte, die wir gemacht

00:06:19: haben, wo wir auch Glück hatten.

00:06:20: Viele hatten keinen Blick auf die Sonne, wir hatten freien Blick ganz

00:06:23: am Schluss von der Sternwarte.

00:06:25: Wir haben die Love Parade live übertragen, aber direkt von den Fahrzeugen aus, nicht

00:06:30: mit Kabel und so weiter, sondern wir sind drei Stunden hin und her mitgefahren

00:06:33: auf den Autos und, und, und.

00:06:35: Also unter Wasser, aus dem Hubschrauber.

00:06:38: Big Brother gemacht damals, die Show, die ganzen Live-Kameras aus dem Big

00:06:42: Brother-Haus kamen alle von uns.

00:06:44: Ja, also so haben wir uns dann "über Wasser

00:06:48: gehalten" und langsam weiterentwickelt.

00:06:50: Und heute haben wir eine Plattform, die heißt VIDEO.TAXI. Auf der kannst du

00:06:56: livestreamen, auf der kannst du aber auch deine Videos hosten und vor allen Dingen

00:06:58: kannst du seit fünf Jahren auch KI-Lösungen aktivieren.

00:07:03: Zum Beispiel können wir live untertiteln, das ist wichtig für die Barrierefreiheit.

00:07:07: Das kommt jetzt immer mehr und wird auch bei- oder ist schon bei vielen Pflicht.

00:07:11: Und wir können, inzwischen ist das so ein Schmankerl, live übersetzen.

00:07:14: Und das ist natürlich auch noch mal ein schönes Feature.

00:07:19: Das ist wahnsinnig viel, was ihr anbietet und du hast mir das schon mal erklärt,

00:07:24: wie das Ganze funktioniert.

00:07:26: Technisch brauchen wir das jetzt gar nicht genau wissen natürlich, aber e ist-

00:07:28: ich glaube, das ist die Zukunft.

00:07:30: Also du sagst schon auch mit Diversity, Inclusion und so weiter,

00:07:34: das ist sehr wichtig.

00:07:35: Finde ich auch gut, dass das dann gemacht wird und dass es wirklich Pflicht wird,

00:07:39: dass die Sendungen untertitelt werden, dass man da auch für

00:07:43: Menschen, die das nicht hören können, auch einen Service bietet.

00:07:47: Das macht ihr ja auch für andere Institute.

00:07:51: Hm (bejahend).

00:07:52: Also unser größter Kunde, und da haben wir auch viel Zeit gehabt, Gott sei Dank, dort

00:07:56: das zu üben und immer weiter zu verbessern, ist der Deutsche Bundestag.

00:07:59: Der hat den Anspruch, alles barrierefrei anzubieten.

00:08:03: Und dazu gibt es dann auch noch einen kleinen Ableger.

00:08:05: Das ist dann die Gebärdensprache-Übersetzung.

00:08:07: Die wird allerdings noch von Menschen gemacht.

00:08:08: Das wird auch noch ein bisschen dauern, bis da eine KI rankommt an die

00:08:12: Qualität, die da notwendig ist.

00:08:14: Aber diese Untertitelung, das ist so ein ganz spezieller Bereich, vor allen

00:08:18: Dingen, wenn du es live machen musst.

00:08:19: Also untertiteln mit Zeit, das ist easy, aber untertiteln in

00:08:23: Echtzeit, wo du keine Pause machen kannst, wo es keinen Schluckauf geben darf,

00:08:28: das ist Champions League, auf gut Deutsch.

00:08:31: Und da musst du dann schon technologisch und von den Prozessen her

00:08:34: immer wieder weiter optimieren.

00:08:35: Das haben wir jetzt über die Jahre gemacht und deswegen haben wir so

00:08:38: eine extrem gute KI.

00:08:40: Okay, spannend.

00:08:42: Du warst vor kurzem erst auf einer Messe in Amerika.

00:08:45: Hast selber dort präsentieren dürfen? Nein, es war Amsterdam.

00:08:48: Ach so, Amsterdam, Entschuldigung, ja.

00:08:49: Aber die Sprache war natürlich Englisch, wo du präsentieren musstest.

00:08:53: Jetzt mal unter Präsentationsaspekten: Wie ging es dir da?

00:08:57: Wie ist das gelungen?

00:08:58: Na ja, das ist natürlich schon auch immer ein bisschen herausfordernd.

00:09:04: Du musst in Englisch sprechen, das ist jetzt nicht meine Muttersprache.

00:09:08: Ich spreche das okay, aber man hört schon, das ist ein Deutscher,

00:09:11: der da Englisch spricht.

00:09:13: Also ich habe da schon die Färbung.

00:09:15: Und muss dann schon überlegen, welche Worte verwende ich?

00:09:18: Was sind die richtigen Fachtermini?

00:09:20: Wir hatten da erst auch eine Diskussion in der Firma: Wir sprechen

00:09:23: über Live-Translation.

00:09:24: Das ist gar nicht so interessant im englischen Sprachraum.

00:09:26: Die sagen immer dazu real time.

00:09:28: Wir kamen immer mit „Live", weil wir kamen ja von Live-Streaming und Live-Webcasts.

00:09:32: Und „Live" ist doch das Besondere.

00:09:34: Nein, nein, dort ist es zum Beispiel dann der Begriff „Real-Time".

00:09:37: Okay. Ja, da können die viel mehr mit anfangen.

00:09:39: Ja, und dann gehst du da raus auf die Bühne.

00:09:41: Ich habe jetzt da nicht die riesen Angst, aber ich habe da schon Respekt,

00:09:45: keinen Blödsinn zu erzählen.

00:09:46: Da wird das noch live übertragen, dann filmen da noch Leute mit.

00:09:49: Da willst du dich natürlich nicht blamieren.

00:09:52: Ja, absolut.

00:09:52: Das ist eigentlich die die Urangst, die dich da immer beschleicht und die hast

00:09:56: du halt mehr oder weniger im Griff.

00:09:58: Und hat es geklappt?

00:10:00: Warst du zufrieden? Ich glaube, ja.

00:10:02: Im Nachhinein kann man das immer noch besser machen, ganz klar.

00:10:05: Ich überlege dann aber auch immer: Wie viel zeige ich live?

00:10:08: Ich bin zum Beispiel jemand, der gerne Dinge auch live vorführt.

00:10:11: Ich mag nicht Powerpoint-Präsentationen, rein statisch.

00:10:15: Das hat mich früher schon immer genervt.

00:10:17: Die waren immer leicht zu machen, da wurden immer tolle Geschichten erzählt.

00:10:21: Und wir waren immer die, und ich war auch immer der, der gesagt hat: „Also wenn ich

00:10:24: da auch was erzähle, was wir machen, dann zeige ich das auch live".

00:10:26: Das ist natürlich ein hohes Risiko, dass das in die Hose geht.

00:10:29: Jetzt ist das besser geworden, wir haben stabilere Leitungen, aber ich sage mal so,

00:10:33: 2000, 2003, 2004, 2005, da habe ich ab und zu schon mal auf der Bühne

00:10:37: auch mal ein Desaster erleben müssen.

00:10:39: Das schult natürlich auch, aber da musste ich dann auch sagen: „Okay,

00:10:42: jetzt sorry, kriegen wir nicht hin, weil das WLAN ausgestiegen ist oder diese

00:10:46: Leitung jetzt gerade nicht funktioniert". Wow.

00:10:49: Wie bist du da aus der Nummer wieder rausgekommen?

00:10:50: Das ist ja auch etwas, was sicherlich unsere Hörerinnen, unsere Hörer-

00:10:53: Mit Humor. Mit Humor (lacht)- interessiert, ja.

00:10:56: Am besten ist mit Humor.

00:10:57: Also man muss dann natürlich über sich selber auch lachen können, wenn man

00:11:01: das absehen kann, was das jetzt war.

00:11:03: Was man natürlich auch machen kann, es vorher ankündigen.

00:11:05: Also wir wagen jetzt ein Experiment, es kann sein, dass es nicht funktioniert.

00:11:08: Ein bisschen die Erwartungshaltung dämpfen und dann- du wirst jetzt da nicht

00:11:12: gelyncht, weil du das jetzt nicht live hinkriegst.

00:11:14: Aber das ist halt dann schon noch mal ganz cool, wenn man das dann so zeigen kann.

00:11:19: Und heute ist es eigentlich fast Standard.

00:11:21: Wir sind durch diese Internetkonnaktivität natürlich always on,

00:11:25: wie es so schön heißt.

00:11:26: Und wenn wir dann auch so ein bisschen den Mund voller nehmen – das machen wir ja

00:11:30: auch, ich sage dann ja auch, dass wir da schon mit die besten Lösungen haben

00:11:33: – dann muss ich es auch zeigen.

00:11:35: Ja, absolut. Das wollen die Leute dann ja auch sehen.

00:11:37: Genau.

00:11:38: Was gab es denn dann noch für Trends, die vielleicht interessant sind, die du

00:11:43: vielleicht schon gesehen hast in Amsterdam jetzt auf der Messe?

00:11:46: Was gibt es da so Neues, auf das wir uns einstellen müssen und dürfen vielleicht?

00:11:50: Na ja, zunächst einmal ist natürlich diese KI- oder AI-Nummer, die ist jetzt

00:11:54: allgegenwärtig, die kommt jetzt in allen Branchen irgendwie an.

00:11:58: Das ist aber auch häufig, muss man dann auch wiederum dämpfen, auch

00:12:01: ein bisschen Mogelpackung.

00:12:01: Also bei vielen Dingen brauchst du gar keine KI, aber es verkauft sich

00:12:05: besser, wenn außen KI draufsteht.

00:12:07: Ansonsten versuchen alle, ihre Prozesse, ihre Dienstleistungen,

00:12:12: jetzt mit KI zu optimieren.

00:12:14: Bei manchen Dingen macht es Sinn, bei manchen nicht.

00:12:16: Ich muss dazusagen: So viel konnte ich auch nicht rumlaufen.

00:12:18: Wir hatten an unserem Stand extrem viel zu tun, muss ich ehrlich sagen.

00:12:22: Also wir waren vier Tage lang voll beschäftigt.

00:12:25: Und was da eigentlich schön war, und das hatte ich so ein bisschen vermisst, auch

00:12:29: nach Corona, das waren die Reaktionen der Menschen an so einem Stand,

00:12:32: also diese physische Begegnung.

00:12:34: Du führst jetzt was vor- wir haben immer live vorgeführt.

00:12:37: Und da hatten wir zum Beispiel diesen Effekt: Da kommen zwei Kollegen

00:12:40: von einem arabischen Fernsehsender.

00:12:42: Ein Araber spricht jetzt quasi in unser System rein und sein, sagen wir mal

00:12:46: englischsprachiger Kollege, der kommt ganz woanders her, der hört dann über

00:12:49: Kopfhörer das, was der gerade gesagt hat.

00:12:51: Und diese Gesichter, dieses Strahlen, das zu sehen, das hat mich noch mal

00:12:56: extrem motiviert, muss ich sagen.

00:12:58: Ja, das hat- genau.

00:13:00: Du spürst dann einfach, dass das, was du machst, dass das einen Effekt hat und dass

00:13:04: es nicht irgendwie was Belangloses ist. Absolut, ja.

00:13:07: Das heißt also, dass du jede Sprache dieser Welt- kann man das sagen?

00:13:13: Nein, das kann man nicht sagen.

00:13:14: Nein, jede Sprache nicht wahrscheinlich (lacht).

00:13:14: Nein, es gibt geschätzt um die 7.

00:13:18: 000 Sprachen auf der Welt.

00:13:19: Da muss man das ein bisschen eindampfen.

00:13:22: Aber wir haben natürlich die üblichen Verdächtigen.

00:13:24: Das heißt, alles so in Europa, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch,

00:13:28: Deutsch selbstverständlich, das ist okay.

00:13:31: Challenging wird es dann in Richtung Chinesisch, also Mandarin zum Beispiel.

00:13:36: Da wird es dann schon ein bisschen schwieriger, vor allen Dingen auch in der

00:13:41: Beurteilung durch uns, weil wir das zum Beispiel jetzt auch nicht selber sprechen.

00:13:44: Wir müssen das dann auch mit den fähigen Personen dann

00:13:48: auch abstimmen und überprüfen.

00:13:50: Aber ich sage mal so: Da tut sich auch wahnsinnig viel.

00:13:54: Wir sind ja nicht die Einzigen, die das jetzt machen, sondern da

00:13:57: arbeiten sehr viele dran.

00:13:58: Und man kann schon als Trend sagen, wir werden in wenigen Jahren nicht mehr

00:14:03: zwingend eine Sprache lernen müssen, weil die Systeme das für uns übernehmen.

00:14:08: Hm (bejahend), ja.

00:14:08: Das ist doch eine gute Nachricht eigentlich so, für unsere

00:14:12: Fachkräfte (lacht).

00:14:12: Ich denke jetzt gerade an Fachkräftemangel, ja.

00:14:14: Der zwölfjährige Schüler wird sich jetzt fragen, wenn er denn zuschaut: „Moment

00:14:19: einmal, warum habe ich jetzt gerade Französisch gewählt?", sage ich jetzt mal.

00:14:23: Na ja, das kann ja noch so eine kulturelle Sache sein, dass ich sage: Ich möchte

00:14:27: gerne auch die Kultur ein bisschen kennenlernen.

00:14:29: Dadurch kann ich die Sprache sprechen.

00:14:30: Und wenn ich dort bin- dorthin reise, habe ich ja nicht unbedingt- gut, es gibt ja

00:14:33: die kleinen Übersetzer, die taugen aber noch nicht wirklich viel, im Handy.

00:14:37: Die werden besser werden, sage ich jetzt mal.

00:14:39: Das wandert alles auch ins Handy, die KI geht ins Handy rein.

00:14:41: Das heißt, diese Sprachmodelle werden zunehmend lokal dann auf

00:14:45: deinem Device laufen.

00:14:46: Wir haben zum Beispiel alles in der Cloud, das heißt, da laufen Serverfarmen,

00:14:49: die das dann für uns umsetzen.

00:14:52: Aber das wird in den nächsten Jahren alles in die Devices gehen, bis hin zur

00:14:56: Uhr, zur Apple Watch, und so weiter.

00:14:58: Und lernen- lernen kann ja auch Sinn machen.

00:15:01: Ja, absolut.

00:15:01: Das ist natürlich jetzt das Gegenargument, dass man sagt, warum noch Sprachen lernen?

00:15:04: Natürlich lernt man beim Lernen der Sprachen auch, wie man lernt und bildet

00:15:09: natürlich andere Fähigkeiten aus.

00:15:10: Deswegen spricht nichts dagegen, aber es wird tatsächlich so sein, also ich würde

00:15:15: mich jetzt nicht mehr hinsetzen, um da jetzt Mandarin zu lernen, sondern ich

00:15:18: warte die fünf Jahre und dann macht es die Technik für mich.

00:15:21: Ja, also in bestimmten Situationen macht es durchaus Sinn.

00:15:24: Ich kann mir vorstellen eben, wie wir es gerade gesagt haben, Fachkräftemangel, ja.

00:15:27: Die Menschen müssen erst mal Deutsch lernen.

00:15:29: Deutsch ist nicht so die allereinfachste Sprache, aber auch nicht die schwerste.

00:15:32: Aber bevor die überhaupt in Arbeit kommen, die Menschen, müssen sie Deutsch lernen

00:15:36: und müssen auch einen Test machen, den wir vielleicht gar nicht bestehen-

00:15:39: wahrscheinlich schon.

00:15:40: Aber ich sage mal, da wäre doch dann wirklich die KI hilfreich, dass man

00:15:45: Mensch, die müssen vielleicht nicht unbedingt mehr perfekt Deutsch sprechen,

00:15:47: sondern es hilft da wirklich die KI.

00:15:49: Die kann unterstützen, ja.

00:15:51: Ich meine, du brauchst auch, wie gesagt, ein gewisses Bildungslevel, um dann auch

00:15:54: darauf aufsattelnd dann Sprachen zu lernen.

00:15:56: Also wenn du noch nicht vorher gelernt hast, überhaupt was zu lernen, dann ist es

00:16:00: sehr, sehr schwierig, weil dann ist der Level natürlich sehr, sehr hoch.

00:16:03: Und dann hat das auch mit Lebensalter zu tun und, und, und.

00:16:07: Also das ist- Motivation ist noch ein riesen Ding.

00:16:08: Also hier können solche Systeme natürlich ganz gut helfen.

00:16:12: Aber was auch noch ganz wichtig ist, du hast es vorhin angesprochen, was so ein

00:16:16: bisschen sich eigentlich erst herauskristallisiert, ist,: wir haben

00:16:19: vorhin über Barrierefreiheit, Inklusion gesprochen und damit die

00:16:22: verbundenen Untertitel.

00:16:23: Das war früher immer so ein Thema: Ja, das ist ja dann, ich sage mal, salopp gesagt

00:16:28: für die, die halt hörbehindert sind oder nichts hören, der Untertitel.

00:16:32: Die Untertitel sind, ich sage mal, in einem anderen Verwendungszweck

00:16:37: super wertvoll, und zwar als sogenanntes Transkript.

00:16:40: Das ist genau das Gleiche, bloß nicht durchformatiert, weil jetzt hast du alles,

00:16:44: was zum Beispiel so ein Podcast, wie wir den jetzt haben, oder eine Sendung, ist

00:16:48: auf einmal maschinenlesbar geworden.

00:16:51: Jetzt sind die Worte, der Inhalt, der ist auf einmal durchsuchbar.

00:16:55: Den kannst du jetzt auch an eine KI schicken.

00:16:58: Bedeutet, dein Podcast, 40 Minuten, kann durch KI in einen Fünf-Minuten-Podcast

00:17:04: automatisch umgeschnitten werden.

00:17:06: Das musst du gar nicht mehr machen, das macht das System.

00:17:08: Das ist genial, ja.

00:17:09: Und das ist natürlich dann über alle deine Podcasts gesehen in Zukunft der Megatrend,

00:17:15: weil dann passiert Folgendes: Ich überlege mir, mhm, die

00:17:18: Silvia, Professionelles Auftreten.

00:17:21: Eigentlich möchte ich die was fragen.

00:17:23: So, werde dich wahrscheinlich nicht anrufen können oder du

00:17:26: bist gerade nicht da.

00:17:27: Ich will aber trotzdem eine Antwort von dir.

00:17:28: Was mache ich?

00:17:29: Ich gebe immer eine Antwort, bitte, Michael, wenn du anrufst,

00:17:32: ist doch klar (lacht). Aber du bist im Urlaub.

00:17:33: Okay, das kann auch mal sein.

00:17:35: Du bist jetzt im Urlaub und jetzt schreibe ich dich quasi an.

00:17:39: Ich chatte mit dir wie mit ChatGPT, aber ich chatte eigentlich mit deinem

00:17:43: Wissen, dass du über deine Podcasts im Internet hinterlegt hast.

00:17:47: Und jetzt frage ich halt: „Wie trete ich auf im Ausland, und so weiter,

00:17:52: und dann kommt die Antwort.

00:17:54: Basierend auf dein Wissen eigentlich, dass du in Form von Podcasts und anderen

00:17:59: Lerninhalten hinterlegt hast. Das ist genial.

00:18:02: Das ist wirklich genial, weil ich bin jetzt auch schon seit vielen, vielen

00:18:06: Jahren, seit über 20, 25 Jahren fast schon, Trainerin und Coach und

00:18:09: habe so viel Wissen angesammelt.

00:18:10: Und da habe ich nicht natürlich alles eingesprochen,

00:18:15: logischerweise, aber das wirklich zu systematisieren.

00:18:17: Das finde ich zum Beispiel auch eine gute Anwendungsmöglichkeit für

00:18:22: KI, das finde ich großartig.

00:18:24: Ja, und das skaliert natürlich.

00:18:25: Das heißt, das System arbeitet- kann auch 30 Anfragen pro Sekunde

00:18:28: beantworten oder wenn möchtest 3. 000.

00:18:31: Das ist natürlich schon ganz spannend.

00:18:33: Das ist echt spannend, ja.

00:18:34: Jetzt noch mal zurück zu deinem Gentleman, der Arabisch gesprochen hat auf der Messe.

00:18:39: Und der hat Arabisch gesprochen, erkläre das bitte noch mal.

00:18:41: Und der andere Kollege hat das auf den Kopfhörern sofort simultan quasi mit

00:18:45: KI in Englisch übersetzt bekommen. Ja, genau.

00:18:48: Das ist fantastisch. Das ist das, was wir bieten.

00:18:51: Simultan heißt innerhalb von zwei bis drei Sekunden.

00:18:55: Ja, okay. Warum geht das jetzt nicht in Echtzeit?

00:18:57: Weil du nicht Wort für Wort übersetzt. Ja, ja, genau, ist klar.

00:19:00: Das ist Quatsch.

00:19:01: Du musst warten, bis ein Satz zu Ende ist, weil du dann die Satzaussage kennst.

00:19:05: Und dann schicken wir das in die Übersetzung rein mit ein paar Tricks und-

00:19:09: dass das eine extrem gute Übersetzung wird.

00:19:11: Und dann geht das noch mal in die Sprachsynthese.

00:19:13: Das bedeutet, der Text, der da rauskommt, wird noch mal in Sprache synthetisiert

00:19:17: und dann kannst du es hören.

00:19:18: Aber dieser ganze Prozess dauert ungefähr zwei bis drei Sekunden.

00:19:22: Das heißt, du kannst jetzt nicht sofort alles hören.

00:19:25: Also während jetzt hier permanent einer ins Ohr spricht, das würde nicht gehen.

00:19:28: Aber wenn ich jetzt den Satz fertig gesprochen habe (Pause), dann

00:19:31: würde jetzt die Übersetzung kommen.

00:19:32: Das heißt, du kannst eine Konversation führen, musst ein paar kleine Päuschen

00:19:38: einplanen, aber dann geht das.

00:19:40: Und vor allen Dingen in einer extrem hohen Qualität.

00:19:43: Wir hatten ja Japaner da, wir hatten Chinesen da, wir hatten

00:19:47: arabisch sprechende Menschen da und wir selber können es ja gar nicht so

00:19:51: gut beurteilen, das muss man auch sagen.

00:19:51: Und dann haben wir gefragt: „Und wie ist es?" Und die: „It's

00:19:55: perfect" oder „Boah, it's almost 100%".

00:19:59: Und das war schon sehr ermutigend. Ja, super.

00:20:02: Also da bist du die Person, die man ansprechen muss, wenn es um diese

00:20:05: Dinge geht und die Übersetzungen.

00:20:07: Sogar auf Arabisch möglich. Sogar auf Arabisch (lacht).

00:20:09: Ich übersetze mir das dann selber. Das ist sehr lieb, echt (lacht).

00:20:11: Ich bin platt, ja, Wahnsinn.

00:20:13: Michael, wir könnten noch viel, viel quatschen, aber die Zeit

00:20:16: ist schon fast wieder um.

00:20:17: Wir machen bestimmt noch mal ein Date miteinander, genau hier in deinem

00:20:21: Studio, in dem ich ja aufzeichnen darf.

00:20:23: Das freut mich sowieso sehr, genau.

00:20:25: Ja du, dann lass es dir gut gehen.

00:20:27: Was ist das Next Big Thing for you?

00:20:29: Für uns oder generell meinst du? Für dich, ja so.

00:20:32: Ach, das nächste Big Thing ist jetzt dann, dass wir mit der KI eben in diese

00:20:39: Content-Dialoge eintreten.

00:20:41: Also das, was wir an Inhalten haben, dass wir die

00:20:46: transkribieren – das machen wir jetzt schon – aber dass wir dann mit diesem

00:20:48: Datenmaterial sinnvolle Funktionen entwickeln.

00:20:52: Zum Beispiel eben dieses Befragen dieses "Datenmaterials".

00:20:58: Klasse.

00:20:58: Oder eben die automatisierte Zusammenfassung eines Podcasts.

00:21:02: Ja, ohne dass du das jetzt groß redaktionell bearbeiten musst, kann ich

00:21:05: sagen: „Mach mir die Version, schneid mir die zusammen, die wichtigsten Topics",

00:21:10: oder „Was hat der Westfall für Quatsch erzählt?"

00:21:13: (lacht)Ja, so was in der Richtung.

00:21:14: (lacht) Super, es war kein Quatsch, es war sehr interessant.

00:21:16: Michael, vielen Dank. Hat mich gefreut.

00:21:18: Professionell auftreten mit Michael Westfall und mit KI, das bekommt ihr hier.

00:21:24: Dankeschön. Gerne.

00:21:30: (Musik) Das war es für dieses Mal "Professionell auftreten".

00:21:34: Jetzt hast du bestimmt noch mehr Freude bei deinen kommenden Präsentationen.

00:21:38: Weitere Informationen zum Podcast und die Shownotes findest du auch auf

00:21:42: meiner Webseite pitz-coaching.

00:21:45: de, schau doch mal rein.

00:21:48: Danke und bis bald, deine Silvia B. Pitz.

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